Die Grundschule in Weferlingen hat eine Sanierung dringend nötig. Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses sind sich einig, dass dies in mehreren Bauabschnitten erfolgen muss. Unklar ist immer noch, ob etwas neu gebaut oder die vorhandenen Gebäude modernisiert werden sollen.

Weferlingen l "Die Verwaltung war in Sachen der Sanierung der Grundschule nicht untätig", versicherte Silke Wolf (Die Linke), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen, bei der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses. Die Ausschussmitglieder hatten zuvor festgelegt, dass die Projekte, bei denen eine Chance auf Förderung durch das Stark-III-Programm besteht, auf der Prioritätenliste am höchsten eingestuft werden. Ein Schulanbau und im Besonderen die Sanitäranlagen im Hauptgebäude der Schule wurden dabei berücksichtigt. Nach dem alten Konzept steht der Schulanbau mit 1,3 Millionen Euro auf der Liste. 869000 Euro hoch könnte eine Förderung sein. Und auch die Sanierung des Nebengebäudes ist mit 327600 Euro als geschätzte Kosten mit einer Förderung von 206400 Euro aufgelistet.

Sie habe sich nun mit der Frage auseinander gesetzt, ob die obere Etage des Schulhauses für die Nutzung als Aula umgestaltet werden könnte, sagte die Bürgermeisterin. Sie habe sich die Protokolle der Sitzungen der letzten drei Jahre im Flecken Weferlingen zu Gemüte geführt und daraus entnommen, dass ein solches Projekt schon einmal angedacht war. "Der Architekt hat schon damals festgestellt, dass die Decken dafür total ungeeignet sind", erklärte Silke Wolf. Daraufhin habe sie mehrmals mit Detlef Schmahl, Geschäftsführer der Seniorenhilfe GmbH Haldensleben, die den Kindercampus trägt, gesprochen. Falls es die Richtlinien nicht als Kriterium auferlegen, dass es eine Extra-Aula geben muss, könnte es eine einfache Regelung geben. Das bedeute, dass die Schule den Kindercampus tagsüber nutzen könnte. So würden die Baukosten für die Aula wegfallen. Eine weitere Überlegung wäre nach Ansicht der Bürgermeisterin, dass die Schulkinder die gemeindeeigene Bibliothek nutzen könnten. Dann müsste auch kein Extra-Raum dafür eingeplant werden. "Die Bibliothek ist nicht so weit entfernt. Da können die Kinder zu Fuß gehen. Die Entfernung von der Schule zur Bücherei ist in Oebisfelde ähnlich. Auch dort läuft es so", erklärte sie. Außerdem könne die Bibliothekarin ja auch in die Schule kommen. Die Aula und die Bibliothek seien Wünsche der Schule, über die noch mal geredet werden müsste.

Architekt Matthias Kraul hatte die Aufgabe, die Grundlagen der Sanierung zu erläutern. "Wir haben noch kein pädagogisches Konzept", betonte Silke Wolf und schlug vor, dass die Pädagogen mit Hilfe der Lehrer der Grundschule "Drömlingsfüchse" ihr Konzept überarbeiten. Dies sei wichtig, um eine Planungsgrundlage zu haben. Der Planer erläuterte: "Die Schule hat eine Wunschliste erarbeitet. Diese Liste haben wir zum Anlass genommen, die zur Verfügung stehenden Flächen zu belegen, um dann nach statistischen Kennwerten die möglichen Kosten ermitteln zu können." Eine Entscheidung müsste her, ob es eine Schule mit allen Klassenräumen unter einem Dach geben soll, um zu ermitteln, in welche Zeitabschnitte die verschiedenen Bauphasen gegliedert werden können. Eine Möglichkeit sieht der Planer darin, in der ersten Phase die Toiletten und einige Klassenräume herzurichten.

"Die Planschule soll nicht ewig bleiben, aber kurz- und mittelfristig werden wir ohne sie nicht arbeiten können."

Stadtrat Hans-Werner Kraul

Nötig seien auch Sanierungsarbeiten an der sogenannten Planschule. In der Planschule werden die Schüler der 3. und 4. Klassen unterrichtet. Das Gebäude ist vom Hauptgebäude der Grundschule räumlich getrennt. Weferlingens Ortsbürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU) sagte: "Die Planschule soll nicht ewig bleiben, aber kurz- und mittelfristig werden wir ohne sie nicht arbeiten können." Sabine Fischer, Mitarbeiterin des Bauamtes, erklärte, dass an der Planschule Dachsteine erneuert werden müssen. Außerdem seien die vorhandenen Dachziegel zu schwer für die Dachkonstruktion. Auch der Planer bestätigte, dass das Dach nicht aus den Augen zu verlieren sei.

Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass auch geklärt werden müsste, wie weit Inklusion eine Rolle spielt. Sie berichtete von ihren Erfahrungen und von den Voraussetzungen, die eine Schule vorlegen muss, um Kinder mit Handicap zu beschulen. "Wir sollten Inklusion in einem bestimmten Bereich machen, aber nicht um jeden Preis jedes Detail ausbauen. Es kann nicht jede Schule alles leisten. Das sehen die Lehrer auch so", betonte sie. Die Bürgermeisterin blickte voraus und verwies auf die sinkenden Schülerzahlen. Deshalb solle das Sanierungsprojekt in drei Bauabschnitte aufgeteilt werden. Vielleicht würde sich der dritte Abschnitt wegen der fehlenden Kinderzahl erübrigen. Stadtrat Martin Krems-Möbbeck (SPD), wies darauf hin, dass die Förderfähigkeit sich auf das Gesamtprojekt bezieht. Die Förderrichtlinien seien abzuwarten, um genau zu sagen, ob oder wieviel Inklusion nötig ist. Ende März sollen die neuen Förderrichtlinien herauskommen. Ortsbürgermeister Kraul fragte: "Was passiert, wenn es keine Fördermittel gibt?" Wolf blockte ab: "Erst wenn wir einen konkreten Rahmen haben, können wir weiterdenken."