Nach 28 Monaten hat die Wohnungsbaugenossenschaft "Roland" Haldensleben ihre Neubau-Aktivitäten in der Innenstadt abgeschlossen. Mit einer Gesamtsumme von rund 6 Millionen Euro hat sie 50 neue Wohnungen bauen lassen.

Haldensleben l Die Wohnungsbaugenossenschaft "Roland" Haldensleben hat ihre größte Neubau-Investition nach der Wende offiziell am Montag beendet. In 28 Monaten Bauzeit wurden auf dem Areal zwischen der Rottmeister- und der Schulstraße 50 neue Wohnungen gebaut - für insgesamt sechs Millionen Euro.

Gestern wurde nun der dritte der drei energieeffizienten Neubaublöcke den Mietern übergeben. Die Wohnungen an der Schulstraße sind vom Standard her genauso wie die an der Rottmeisterstraße: altenfreundlich, barrierefrei und mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Ein Fahrstuhl rundet das seniorengerechte Wohnen ab.

"Die Prognosen für die demografische Entwicklung waren für uns ausschlaggebend, einen solchen Neubau in Innenstadtnähe zu errichten", lässt Wolfgang Kaiser, Vorstand der Genossenschaft, die bewusste Entscheidung für diese Millionen-Investition noch einmal Revue passieren. Die sechs Millionen Euro, die nicht allein für den Neubau, sondern auch für den Erwerb der Fläche eingesetzt wurden, sind laut Kaiser "eine richtige Summe für unsere kleine Genossenschaft". Denn gebaut wurde komplett ohne Fördermittel.

4,8 Millionen Euro bleiben in der Region

Direkt für den Neubau der 50Wohnungen, von denen drei behindertengerecht errichtet wurden, seien allein etwa 4,8 Millionen an Baufirmen aus der Region geflossen, sagt Kaiser. "Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir ein guter und verlässlicher wirtschaftlicher Partner für die Unternehmen in der Region sind", betont er und untermauert dies mit Zahlen: "Seit 1992 haben wir gut 30 Millionen Euro in unseren Wohnungsbestand investiert - den Neubau noch nicht mitgerechnet."

Trotz dieser enormen Summe, so macht der Vorstand deutlich, stehe die Genossenschaft wirtschaftlich auf soliden Füßen. "Unsere derzeitige Verschuldung liegt bei rund 124Euro pro Quadratmeter. Damit liegen wir 50Prozent unter dem Landesdurchschnitt."

Nachfrage nach modernem Wohnraum ungebrochen

"Auch wenn es für diesen Neubau kein Geld vom Land gab, so bin ich dennoch gern nach Haldensleben gekommen", versichert ein gut gelaunter Thomas Webel (CDU). Der Minister für Landesentwicklung und Verkehr, zu dessen Ressort auch der Städtebau gehört, wollte sich für Ort ein Bild über die aktuelle Entwicklung der Kreisstadt machen. Schließlich hatte Webel als langjähriger Landrat auch die Weichen dafür direkt vor Ort mit gestellt.

Sein Nachfolger auf Kreis-ebene, Landrat Hans Walker (CDU), sieht mit dem Neubau seine Erwartungen bestätigt. "Das entspricht genau dem Trend der Entwicklung von Haldensleben", macht er deutlich. "Der Wohnraum wird neuer und moderner, und der Bedarf dafür ist ebenfalls vorhanden. Daher wünsche ich mir, dass in dieser Richtung noch mehr passiert."

Wie groß die Nachfrage nach modernem Wohnraum in Haldensleben ist, weiß auch Bürgermeister Norbert Eichler. So sprechen Angebot und Nachfrage eine deutliche Sprache: Für die 50 neuen Wohnungen der Genossenschaft gab es insgesamt mehr als 80Bewerber - allein für die nun übergebenen 12 Wohnungen gab es 35 Bewerber. "Wir haben in Haldensleben die höchste Arbeitsplatzdichte aller Mittelzentren in Sachsen-Anhalt. Dementsprechend groß ist natürlich der Bedarf an Wohnraum", stellt Eichler fest.

Nach wie vor sei es daher für Haldensleben wichtig, die Innenstadt weiter zu verdichten, so Eichler weiter. "Das funktioniert aber nur mit Partnern wie der Wohnungsbaugenossenschaft ,Roland` oder der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wobau, die bereits in der Vergangenheit in der Innenstadt ,Mut zur Lücke` bewiesen haben", unterstreicht Eichler den Stellenwert von "Roland" und Wobau.