Den dritten Versuch starten Mitglieder der Verbandsgemeinde Flechtingen, um ein Wappen, mit dem sich alle sieben Mitgliedsgemeinden identifizieren können, zu finden. Bei der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates in Erxleben gab es eine Übersicht mit 18 Wappenvorschlägen zu sehen.

Erxleben l "Wir haben uns schon zwei Mal im Hauptausschuss mit Wappenvorschlägen von Heraldiker Jörg Mantzsch beschäftigt. Nachdem er uns erst nur einzelne Vorschläge zugearbeitet hatte, schöpfte er nun aus dem Vollen und hat uns nun 18 Vorschläge unterbreitet", sagte Sven Fahrenfeld (FUWG), Vorsitzender des Flechtinger Verbandsgemeinderates.

Hubertus Nitzschke (FUWG), Vorsitzender des Hauptausschusses, zeigte per Powerpoint-Präsentation die derzeitigen Wappen der Mitgliedsgemeinden auf der Leinwand und auf die Ideen, die zur Debatte stehen. "Wir haben im Hauptausschuss schon sehr emotional diskutiert. Während uns der erste Vorschlag überhaupt nicht zusagte, hat uns ein Wappen mit sieben Eichenblätter und drei Eicheln schon besser gefallen", erklärte Nitzschke. Die Idee, das Flechtinger Wasserschloss, weil Flechtingen der Namensgeber der Verbandsgemeinde ist, mit ins Wappen zu nehmen, kam aus dem Hauptausschuss. Dieter Schwarz (FUWG), Bürgermeister der Mitgliedsgemeinde Flechtingen, gab zu bedenken: "Wir haben ja nicht nur das Flechtinger Schloss, sondern eine Burgenlandschaft von Erxleben über Dorst und Bartensleben bis nach Altenhausen. Wir haben so viele Schlösser, so dass wir die historische Vielfalt im Wappen dokumentieren könnten."

Ein Wunsch kam aus dem Hauptausschuss, dass nicht nur Eichenblätter, sondern auch Lindenblätter im Wappen enthalten sein sollten, weil die Linde auch in vielen Orten prägend ist.

Jede Gemeinde möchte sich mit dem Wappen identifizieren. "Wir können nicht von jedem Dorf einen Hund nehmen. Wappen sind keine bunten Bildchen, sondern Hoheitszeichen, deren Inhalt und Gestaltung Regeln und Gepflogenheiten der Heraldik als historische Hilfswissenschaft unterliegen. Das Wappen muss einfach und klar erkennbar sein, damit es auch genehmigungsfähig ist", erklärte Mantzsch. Zu seinen Favoriten gehören die Vorschläge 1 und 3.

"Der Name Flechtingen hat eigentlich nichts mit einem Geflecht zu tun. Aber Magdeburg hat auch nichts mit einer Magd auf der Burg zu tun. Das wurde eingedeutscht. So ein einfaches Geflecht soll nicht nur den Namen reflektieren, sondern auch die Verbindung der Ortsteile miteinander darstellen", beschrieb er.

Als die naturalistische Variante wären die Vorschläge 5 und 6 zu sehen. "Die sieben Eichenblätter sind die sieben Mitgliedsgemeinden und die drei Eicheln die Verwaltungsstandorte. Und weil alle Orte irgendwie an einem Wasserweg, einem Teich oder See liegen, habe ich den Wappenfuß mit blauen Wellenbalken versehen", erklärte der Heraldiker. So ein Wappen soll laut Gesetzgeber ein deutliches allgemeinverständliches Symbol sein. Besondere Eigenschaften der Gemeinde sollen deutlich und unmissverständlich erkenntlich sein und sich von anderen abheben.

"Lindenzweige oder irgendwelche Blätter könnten genauso in Bayern oder sonstwo sein. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal", gab Mantzsch zu bedenken. Eine Entscheidung sollte an diesem Abend noch nicht fallen. Einig waren sich die Mitglieder des Gremiums, dass auch der neue Bürgermeister Mathias Weiß bei der Debatte um das neue Banner mitwirken sollte.