Hillersleben. Soldaten des Gefechtsübungszentrums, Mitarbeiter des Bundesforstes und des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums pflanzten gestern in einer gemeinsamen Aktion etwa 6000 Kiefernsetzlinge. Bepflanzt wurde der ehemalige Bahndamm südlich von Hil-lersleben, auf dem einst Gleise in das Militärareal führten. Dabei packten auch Oberst Michael Matz, Leiter des Gefechtsübungszentrums, und Rainer Aumann, Leiter des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt, kräftig mit an.

"Die einheimischen, standortgerechten und immergrünen Bäume werden schon in wenigen Jahren einen wirkungsvollen Lärm- und Staubschutz liefern", versprach Rainer Aumann. "Auf dem modernsten Truppenübungsplatz Europas müssen einerseits bestmögliche Übungsmöglichkeiten für die Soldaten geschaffen werden, andererseits sollen aber die Einwohner der angrenzenden Ortschaften vor übermäßiger Lärm-, Staub- und Sichtbelästigung geschützt werden", ergänzte Oberst Matz.

Vor der Pflanzaktion waren die Gleise mitsamt des Schotters auf einer Fläche von etwa 1,4 Hektar von Mitarbeitern des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums beräumt worden. "Auf diesem nährstoffarmen und trockenem Standort entsteht nun ein sogenannter Funktionswald aus einheimischen Nadel- und Laubgehölzen", kündigte Bundesforst-Revierleiter Holger Wille, der die Aktion fachlich betreut, an. "Jetzt, im Frühjahr, erfolgt zunächst die Bepflanzung der Dammkrone und des Nordhangs des Dammes mit etwa 6000 Kiefern. Diese kommen mit den kargen Bodenverhältnissen gut zurecht. Die bereits vorhandene Naturverjüngung aus Hundsrosen, Schlehen, Birken und Weiden, wird in die Maßnahme integriert." Im Herbst diesen Jahres sollen dann im unteren, feuchten und nährstoffreicheren Bereich des Dammes Eichen, Eschen, Hainbuchen und Erlen sowie weitere standortgerechte heimische Laubgehölze im Kleingatter gepflanzt werden. "Diese Aufforstungen ergänzen den Schutzwald und stellen eine ökologische Bereicherung dar", betonte Holger Wille. Damit die Deichkrone nicht mit Fahrzeugen befahren wird, wurden einige Findlinge platziert.

"Das Jahr 2011 ist auch das ,Internationale Jahr der Wälder\'. Weltweit wird dabei auf die vielseitigen Funktionen des Waldes hingewiesen", deutete Rainer Aumann einen aktuellen Bezug an, "der Wald auf Truppenübungsplätzen dient in erster Linie dem Schutz der angrenzenden Bevölkerung vor übermäßigem Lärm und Staub und stellt einen Sichtschutz dar. Für die Soldaten ist er ein natürlicher und wichtiger Übungsraum und Kulissenwald. Das Holz wird aber auch geerntet und der Holzindustrie und Brennholzsuchenden zur Verfügung gestellt. Der Wald stellt dadurch eine Einnahmequelle dar und schafft allein in Deutschland rund eine Million Arbeitsplätze in der Forst- und Holzwirtschaft."