Das mehrtägige Clavierfestival, das auf Schloss und auch in der St. Andreaskirche Hundisburg stattfand, bot dem Publikum die Möglichkeit, einmal in die Klangwelt der vergangenen Jahrhunderte zu reisen. Es war bereits das zweite Festival dieser Art. Einen Höhepunkt der Musikreihe bildete am Sonntagnachmittag das Meisterkonzert.

Hundisburg. Drei renommierte, international bekannte Musiker und zwei Sänger waren die Stars der zweiten Auflage des Clavierfestivals. Im Festival der besonderen Art erklangen in insgesamt sechs Konzerten sechs Tasteninstrumente aus verschiedenen Epochen. Dabei ging es nicht darum, alle Konzerte auf einem modernen Flügel zu spielen, sondern auf historischen Tasteninstrumenten verschiedener Epochen. Zum ersten Mal wurde der große Schloss-Saal, der erst vor kurzem restauriert wurde, zum Konzertsaal. Zu den Musikern gehörten Prof. Jaroslav Tuma aus Prag. Prof. Jan van Mol aus Antwerpen, Kantor Matthias Müller aus Rottmersleben, die gefeierte belgische Sopranistin Cristel de Meulder und der sevillianische Tenor Pedro Cuadrado.

Nachdem bereits das Meisterkonzert am Sonnabendabend zu einem gefeierten Höhepunkt wurde, der erst nach gut drei Stunden endete, setzte das Abschlusskonzert am Sonn- tagnachmittag einen weiteren Höhepunkt. Prof. Jaroslav Tuma spielte tschechische Meister. Doch als die mehr als 70 Gäste gerade im großen Saal Platz genommen hatten, bat der Initiator der Konzertreihe, Matthias Müller, die Musikfreunde, sich im Treppenhaus einen neuen Platz zu suchen, um Werke von Josef Myslivecek auf einem historischen Clavichord zu hören.

"Das Clavichord ist so leise, dass der Saal zu groß für dieses Klangerlebnis ist. Deshalb wird es ein Treppenhauskonzert geben. Und das hat man ja auch nicht alle Tage", sagte Müller. Stühle wurden in den Flur getragen und später wieder zurück. Dem Publikum schien der Platzwechsel nichts auszumachen. Im Gegenteil - die Vorfreude stieg und lohnte sich. Mucksmäuschenstill lausch- ten die Schlossbesucher den Klängen aus vergangenen Zeiten. Im zweiten Teil des Konzertes hörten die Gäste, die wieder im prächtigen Saal ihre Plätze einnahmen, Werke des Komponisten Jan Ladislav Dusik. Nun spielte Professor Tuma auf einem wertvollen Hammerflügel. Jenes unbezahlbare historische Instrument kommt aus der berühmten Werkstatt von Paul McNulty. "Ein fantastisches Klangerlebnis! Ein wahrer Genuss für Augen und Ohren", schwärmte das fachkundige Publikum. "Dieses Festival hat im Vergleich zum vergangenen Jahr einen Aufschwung erlebt und sich so wunderbar entwickelt", zog Dr. Harald Blanke von der Schloss- und Gartenverwaltung Bilanz. Blanke ergänzte: "Matthias Müller hat ein drittes Festival in Aussicht gestellt. Das Vorhaben werden wir natürlich weiter unterstützen, denn dieses besondere Musikerlebnis bereichert unsere Region."

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