Kamern l "Das Wissen der Region" heißt eine Buchreihe, welche der Kulturförderverein Östliche Altmark aus Altenzaun vor acht Jahren ins Leben rief. Drei Bände sind bereits in der Altmark erschienen, für Arneburg-Goldbeck, Bismark und Seehausen. Zur Bundesgartenschau sollen auch in Havelberg und in der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land solche Bände herausgegeben werden.

"Mitautoren mit selbsterlebten und -erfahrenen Geschichten werden nun in der Verbandsgemeinde gesucht", erklärte Initiator Wolfgang Haacke auf einer Zusammenkunft in Kamern. Auch originelle Beiträge, die ansonsten verlorengehen würden. Kein Ort solle außen vor bleiben.

Die ersten Manuskripte seien bereits bei ihr eingetroffen, erklärte Lektorin Bärbel Conrad aus Sydow. Bislang hätten sich 30 Autoren für das Buch gemeldet, ein reges Echo kam vor allem aus Schönhausen. Interessant sei das Erlebte der Menschen, es soll kein politisches Buch werden. Gefragt sei vor allem, was man den nachfolgenden Generationen mitteilen möchte. Beispielsweise ausgestorbene Gewerke wie das des Stellmachers.

Sie selbst werde die inzwischen 95-jährige Hebamme Elli Reim aus Wust vorstellen, die 2700 Kindern auf die Welt verhalf. Briefe aus der Kriegsgefangenschaft wurden fürs Buch aus Genthin geschickt, aus Salzwedel sandte eine Heimatfreundin Aufzeichnungen des Sandauer Apothekers über den Beschuss von 1945.

Erste Manuskripte schon da

Die Anwesenden in der Runde stellten natürlich auch sich und ihre geplanten Projekte vor. Werner Grabolle aus Klietz will zur Geschichte des Truppenübungsplatzes schreiben. Momentan beginnt die offizielle Chronik erst mit der Übernahme durch die Bundeswehr, doch gab es bereits 1948 erste Überlegungen zur Einrichtung eines solchen Platzes. Er selbst diente seit 1979 in Klietz, war hier der letzte NVA- und der erste Bundeswehr-Kommandant. "Ein Band über das Elb-Havel-Land ohne Übungsplatz wäre auch schade, zudem ist er Experte", bestätigte Wolfgang Haacke den Klietzer Oberstleutnant a.D.

Günter Klam aus Kamern möchte über den recht unbekannten "Berg der Ärgernis" schreiben. Karin Pohls Vater Gustav Schwidetzky war als Jederitzer Förster für Sandau, Wulkau und Kamern zuständig, es wäre ebenfalls eine interessante Geschichte.

Ex-Lehrerin Lilo Leppin wohnt seit 1953 in Kamern, sie erlebte noch den mehrstufigen Unterricht in der Dorfschule. In Kamern fand die aus Danzig Vertriebene ihre neue Heimat, sie würde über die Schulentwicklung berichten. Auch Horst Krull möchte zum Buch beisteuern, er kam 1962 durch seine Frau von Glöwen nach Kamern. 25 Jahre war er im Karnevalsverein KKK tätig und besitzt eine riesige Witze- und Anekdotensammlung. Auch war er LPG-Vorsitzender und könnte darüber berichten.

Die Wulkauerin Erika Kügler will über den einst bewohnten Appelhorst schreiben und Caren Pfundt würde gern über die Wulkauer Schule vor 100 Jahren berichten.