Der Bericht von Scharlibbes Ortswehrleiter Arnim Glimm fiel in diesem Jahr etwas kürzer als gewohnt aus, denn 2010 hatten die Scharlibber lediglich eine Hilfeleistung zu absolvieren.

Scharlibbe. "Das habe ich in den letzten 20 Jahren nicht erlebt", bekannte Arnim Glimm vor seinem Rückblick. Er nimmt an, dass die recht nasse Witterung dabei eine Rolle gespielt hatte, denn 2009 mussten allein sechs Waldbrandeinsätze gefahren werden. Einzige Aktion im Vorjahr war die Rettung eines Schwanes am Scharlibber Wehr; diese Hilfeleistung war Ende Januar 2010 erforderlich.

Große Probleme bereitet den Aktiven weiterhin die Technik. Am W 50-Tanklöschfahrzeug muss in der kalten Jahreszeit das komplette Wasser ausgelassen werden, denn noch immer mangelt es an einer ordentlichen, beheizten Unterstellmöglichkeit. Zweimal fiel der W 50 aus, im Juli war die Elektrik defekt, im August die Kupplung. Das andere Problem ist der fast 53 Jahre alte Unimog, im September ereilte ihn ein Elektrikdefekt, er sprang nicht mehr an. Ein Totalausfall war beim Ladegerät für die Motorspritze nach einem Blitzschlag zu verzeichnen, bis Ersatz kam, gingen Wochen ins Land.

Der Schönhauser Verbandsgemeindebürgermeister Bernd Witt, seit dem Vorjahr neuer Dienstherr der Wehr, kennt die Probleme. Die Anschaffung eines Fahrzeuges steht in der Prioritätenliste ganz oben, ist der Unimog doch das älteste Einsatzfahrzeug in der Verbandsgemeinde. Und zum Bau einer Garage gab es auch schon Überlegungen.

Der Klietzer Bürgermeister Jürgen Masch ergänzte, dass der Bau bislang immer am fehlenden Geld scheiterte. Vielleicht sollte deshalb ein Teil in Eigenleistungen erfolgen, doch werde damit Firmen die Arbeit weggenommen. Die Pläne zum Bau liegen jedenfalls fix und fertig in der Schublade.

Auch Verbandsgemeindewehrleiter Karl-Heinz Pick aus Schönhausen bestätigte, dass ein neues Fahrzeug für Scharlibbe beim Erstellen des Brandschutzkonzepts für die kommenden Jahre ganz oben stehen werde. Im Februar findet die nächste Beratung dazu statt.

Einmal ertönte die Sirene zudem am 10. Mai, wie Arnim Glimm berichtete: Eine Übung mit Klietz und Schönfeld hatte im Technikstützpunkt der Agrargenossenschaft stattgefunden, "Vermisste" waren zu finden und zu retten. 18 Aktive aus dem Ortsteil waren beteiligt.

Gut schnitten die Scharlibber beim Wettkampf in Klietz ab, ein dritter Platz sprang heraus. Sogar einen ersten Platz gab es am 10. Juli beim Ü 40-Gaudiwettkampf im brandenburgischen Gülpe, die Scharlibber lieferten bei sengender Hitze einen recht originellen Beitrag ab.

Im kulturellen Leben des Klietzer Ortsteiles ist die Wehr nicht wegzudenken, was auch Bernd Witt würdigte. Arnim Glimm informierte, dass die Aktiven das Osterfeuer samt Versorgung absicherten, Ende April wurde der Maibaum geholt, der Kranz gewunden und am Maifeiertag aufgestellt. Dieser Feiertag ist in Scharlibbe seit Jahren Anlass, Ehrungen und Beförderungen vorzunehmen. Enrico und Philipp Schulz sowie Martin Prühs wurden 2010 für ihre zehnjährige Mitgliedschaft geehrt. Heinz Päsler, Thomas Schulz und Arno Zimmermann erhielten ein Präsent dafür, weil sie den Winterdienst am Gerätehaus absicherten.

Beim Schaumähen des Klietzer Heimatvereins sorgte der Tanker für Sicherheit. Das Oktoberfeuer wurde ebenfalls von der Wehr abgesichert. Im November ging es zum Kegeln und Essen nach Mahlitz, hier hatte im März auch der Feuerwehrball stattgefunden. An der Winterfestmachung hatten sich 17 Aktive beteiligt – das sei bei immerhin 26 Aktiven aber doch etwas wenig, wie Arnim Glimm einschätzte. Nötig sei zudem Personalwerbung, denn derzeit gibt es keinen Feuerwehrnachwuchs mehr im Ort.

Bernd Witt kündigte an, dass der erste Einsatz des Jahres möglicherweise schon kurz bevorstehe: Laut den Prognosen soll das Hochwasser der Elbe am Mittwoch die höchste Stufe IV erreichen. Ab Stufe III laufen Deichwachen, wobei die Aktiven aber außen vor bleiben. Sie kommen nur im Notfall zum Einsatz.