Das Wasser des Kamernschen Sees hat fast wieder die selbe Qualität wie vor der Flut. Das und vieles mehr erfuhren die Mitglieder des Bau- und Wirtschaftsauschusses des Verbandsrates bei ihrem Besuch im Grünen Haus.

Kamern l "Dieses Gebäude, ein ehemaliges Kinderferienlager, haben wir 2002 erworben und seitdem nach und nach umgebaut. Und als alles fertig war, kam die Flut, das war schon tragisch." - Mit diesem kurzen, aber eindrucksvollen Fazit empfing Stefanie Wischer, die selbst mit im Verbandsgemeinderat sitzt, die Gäste vom Bau- und Wirtschaftsausschuss am Mittwoch zu deren Sitzung.

Inzwischen sind fast alle Zimmer wieder hergerichtet, dennoch werden die Arbeiten im Haus noch eine Weile andauern. Wegen der nötigen Flutsanierung gab es einen Stau - jetzt ist das Grüne Haus bis November ausgebucht. Darunter sind auch drei Hochzeitsgesellschaften.

Den Edelstahlmöbeln in der Küche hatte das Wasser nicht geschadet, wohl aber den Elektrogeräten. Beim Herrichten der Räume halfen viele Freiwillige, berichtet Stefanie Wischer von der Welle der Solidarität. "Allein hätten mein Mann und ich das niemals schaffen können, langsam sind wir mit unseren Kräften auch am Ende", blickte die Gastgeberin zurück. Sie erwähnte die Jugendlichen vom evangelischen Kirchenkreis sowie einen Arzt aus dem Westen, der eine Woche lang malerte.

Bei allem Unglück, das die Flut für die Menschen in der Region gebracht hatte - für den See war sie ein Segen gewesen. Der Schlamm aus dessen Untergrund liegt ringsum verteilt, eigentlich ist er ein guter Dünger. Das aus Fischbeck anströmende Wasser hat den See gründlich gereinigt, was die Kleinstlebewesen nun beweisen: Kiesel- und Goldalgen sind im Mikroskop im Plankton zu erkennen. Wo sie leben können, besitze das Wasser eine gute Qualität, erklärte die Biologin. Im Mikroskop sehen die Algen aus wie Lebewesen aus einer anderen Galaxie - die Goldalgen nennt man darum auch Becherbäumchen.

Weil die Einrichtung vor allem auch Umwelterziehung betreibt, wird demnächst zusammen mit dem Verein "neugierig" eine weitere Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen: Kunst und Textil. Der Raum dafür ist bereits hergerichtet, hier kann gefilzt oder genäht werden. Noch etwas dauern wird es mit dem Umweltlabor. Die AG Naturschutz ist inzwischen sogar schon ausgebucht.

Zum Erholungsort Kamern gehört auch der KulTour-Verein von Günter Klam, der den Frau-Harke-Sagenpfad gestaltet. Zehn Wegemarken wurden mit Geld aus dem Leader-Programm bereits aufgestellt, weitere zehn sind in Arbeit, berichtete der Initiator dem Ausschuss. Beispielsweise in Neuschollene oder Kuhlhausen. Die alte Mühle in Kamern soll als "Harkeum" eingerichtet werden, in Hohenkamern wurde ein Kuhstall erworben. In einem Jahr wolle man mit dem Sagenpfad fertig sein.

Nicht wie erhofft voran kam Günter Klam mit dem Rundkurs um den See, hier hofft er auf Unterstützung durch die Kommune. Doch bei privatem Gelände seien auch dieser die Hände gebunden, erklärte Bürgermeister Klaus Beck.

Zerfahrene Waldwege

Zum Tourismus in Kamern gehören auch Kremserfahrten. Doch enden diese an der Brücke über den Trübengraben am Schönfelder Campingplatz beziehungsweise an durch Holzrückearbeiten unbefahrbaren Waldwegen - wie zwischen Wulkau und Schönfeld. Die Brücke wurde für Fahrzeuge gesperrt, sie soll in Folge der Flut saniert werden, erklärte Bürgermeister Klaus Beck. Überlegt wurde aber auch schon, an deren Stelle eine Furt einzurichten.

Mit den zerfahrenen Waldwegen ist es eine schwierige Sache, denn der Waldbesitzer beauftragt eine Firma mit der Abfuhr des Holzes. Vielleicht sollte das Ordnungsamt eingeschaltet werden. Alle Hauptwege sind zudem geschottert.

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