Havelberg l Täglich 24 Stunden lang sind die Rettungsassistenten und -sanitäter der Rettungswache der Johanniter Unfall-Hilfe (JUH) in Havelberg bereit, gesundheitlich in Not geratenen Menschen schnellstmöglich Hilfe zukommen zu lassen. Und das nicht nur in Havelberg und Umgebung, sondern auch länderübergreifend bis in die brandenburgischen Nachbarregionen.

Die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres heben die Notwendigkeit einer solchen Wache in der Domstadt noch einmal deutlich hervor. Katalin Schulze, die neue hauptamtliche Vorständin der Regional-Geschäftsstelle Stendal, nutzte ihren Antrittsbesuch in der Havelberger Rettungswache in der vergangenen Woche, um sich den Mitarbeitern hier vorzustellen und sie über die Einsatzstatistik 2013 zu informieren. Gern hörte auch Landespolitikerin Helga Paschke (Die Linke) bei einem Arbeitsbesuch in der Rettungswache diese Zahlen. "Sie sind stabil geblieben", lautet die Einschätzung aus Stendal. So rückten das Notarzt-Einsatzfahrzeug und die beiden Rettungswagen (einer davon wird als Mehrzweckfahrzeug genutzt) zu insgesamt 1751 Einsätzen aus. Außerdem fuhren die Johanniter der Havelberger Wache 246 Krankentransporte. Summa summarum wurden dabei 78325 Kilometer zurückgelegt. Erschwerend wirkte sich für die Retter die Zeit der Hochwasserkatastrophe im Juni und Juli 2013 aus, als einige Orte in der Region wegen geschlitzter oder überschwemmter Straßen nur über Umwege, zum Teil auch gar nicht, zu erreichen waren.

Die Kommunalpolitikerin interessierte darüber hinaus, wie das ab diesem Jahr gültige neue Rettungsdienstgesetz in der Havelberger Wache umgesetzt wird. Unter anderem fordert es, dass sich auf jedem Einsatzfahrzeug immer mindestens ein Rettungsassistent befinden muss - vorher reichte für das Notarzt-Einsatzfahrzeug zum Beispiel ein Rettungssanitäter (die Stufe unter dem Rettungsassistenten) aus. In Havelberg werde dies umgesetzt, versicherte der Leiter der Rettungswache Horst Habel. Im Landkreis Stendal erfordere diese neue Regelung allerdings einen erheblichen Mehrbedarf an Rettungsassistenten, ergänzte Katalin Schulze. Derzeit seien noch nicht alle dafür erforderlichen Stellen besetzt.

Zur Sprache kam auch die anstehende Neuausschreibung des Rettungsdienstes. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben. "Lassen Sie den Rettungsdienst im Landkreis so wie er ist." Diesen Wunsch gaben die Mitarbeiter der Havelberger Wache der Politikerin mit auf den Weg. Denn die Johanniter möchten in ihrem schönen Objekt am Camps noch viele Jahre lang Dienst tun.