Wer hat es in den Stadtrat geschafft, wer in den Kreistag und wer in die Ortschaftsräte? Um Mitternacht waren alle Stimmzettel in den neun Wahllokalen in der Einheitsgemeinde Havelberg ausgezählt. Die Berechnung der Sitzverteilung lag gestern Vormittag vor. Noch sind die Ergebnisse vorläufig.

Havelberg l Die SPD hat bei der Stadtratswahl 2014 die meisten Stimmen für sich verbucht. Ein Ergebnis gegen den allgemeinen Wahltrend am Sonntagabend und auch entgegen den Ergebnissen der vergangenen Kommunalwahlen, wo die Linkspartei meist vorn lag. Im Vergleich mit der Wahl vor fünf Jahren hat die SPD mit der Linken getauscht. Diese hatte 2009 mit 32,5 Prozent die Mehrheit erzielt, dieses Mal haben es die Sozialdemokraten auf diese Prozentzahl geschafft. Sie hatten vor fünf Jahren 26,3 Prozent der Stimmen. Die CDU hat ebenfalls aufgeholt, sie erreichte jetzt 29,2 Prozent, 2009 waren es 26,2 Prozent. Beide Parteien haben jeweils einen Sitz im Stadtrat hinzugewonnen, jede ist mit sechs Stadträten in dem neuen Gremium vertreten.

Bündnis Stadt-Land erhält einen Platz im Rat

Zwei Sitze hat Die Linke, die am Sonntag 23,0 Prozent erzielte, verloren. Die FDP mit ihrem einzigen Kandidaten Uwe Hartmann bekam 3,0 Prozent (6,7) und behält den einen Sitz. Die Wählergemeinschaft Nitzow büßte leicht Stimmen ein (2,9 zu 3,2 Prozent), behält aber ihren einen Sitz. Neu in den Stadtrat zieht das Bündnis Stadt-Land ein. Die neu gegründete Wählergemeinschaft mit sechs Kandidaten aus dem Elb-Havel-Winkel bekommt ebenfalls einen Platz im Stadtrat. Die meisten Stimmen holte hier Sabine Schulze aus Warnau. Sie verwies Gabriele Kant auf den zweiten Platz. Die Kuhlhausenerin, die vor fünf Jahren als Einzelbewerberin in den Stadtrat eingezogen war und der Fraktion der Mitte vorsteht, hat dieses Mal kein Mandat erreicht.

Sieben neue Gesichter wird der neue Stadtrat haben, so denn alle Kandidaten ihr Mandat annehmen. Die SPD hat mit ihrem neuen Kandidaten Jürgen Kerfien ein echtes Zugpferd ins Rennen geschickt. Der ehemalige Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft "Solidarität" konnte mit 428 Stimmen das zweitbeste Ergebnis aller 40 Kandidaten einfahren - obwohl er auf Listenplatz neun stand. Neu im Stadtrat mitarbeiten werden zudem Tino Rosenburg, Wolfgang Schürmann und Ursula Rensmann für die CDU, Sven Wuttke für die SPD und Stefan Skibbe für Die Linke.

Die meisten Stimmen hat mit 632 Doreen Müller (CDU) erhalten. Die Kultur- und Sozialausschussvorsitzende holte in ihrem Heimatort Jederitz 111 Stimmen, wurde aber zum Beispiel auch im Rathaus, im "Regenbogen" und in Nitzow von vielen gewählt. Das drittbeste Ergebnis erreichte Fred Lähns (Die Linke) mit 422 Stimmen.

Vier Stadträte schaffen erneuten Einzug nicht

13 Stadträte treten Anfang Juli die mindestens zweite Wahlperiode an. Die konstituierende Sitzung ist für 2. Juli geplant. Mit Lothar Krater (SPD), Horst Brüshafer (CDU) und Rolf Müller (Die Linke) sind drei Räte nicht wieder zur Wahl angetreten. Von den aktuellen Stadträten haben es der langjährige Stadtrat Hans-Peter Lazar (CDU), Margit Riek und Christa Petschik (beide Die Linke) sowie Gabriele Kant nicht geschafft, erneut in den Stadtrat einzuziehen.

Auffallend ist, dass es einige junge Kandidaten in den Stadtrat geschafft haben. "Das zeigt, dass junge Leute bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Sie werden neue Ideen und Vorstellungen für das Geschehen in der Stadt einbringen", sagte Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski gestern im Gespräch mit der Volksstimme. Die gesunde Mischung mit den bereits im Stadtrat tätigen Frauen und Männern sieht er als eine gute Basis für die künftige Ratsarbeit, die fach- und sachkundig nach der Sommerpause in den Ausschüssen begonnen werden kann. Im Herbst stehen der Nachtragshaushalt und die Planungen für 2015 an. Mit der Buga wartet der große Höhepunkt auf die Hansestadt. "Ich bin mir sicher, dass alle Stadträte sich dieser Herausforderung mit Herz und Engagement stellen werden."

In der konstituierenden Sitzung ist es das Ziel, dass die Fraktionen die Vertreter für die Ausschüsse benennen und Vorschläge machen für die Mitarbeit in den kommunalen Gesellschaften wie Stadtwerke und Wohnbau sowie im Buga-Zweckverband. Stadtratsvorsitzender und sein Stellvertreter werden gewählt.

Diese Wahl war eine echte Herausforderung

Ein großes Dankeschön richtet das Stadtoberhaupt an alle Wahlhelfer - es waren 60 an der Zahl. "Ohne sie wäre eine ordnungsgemäße Wahl nicht möglich gewesen." Gerade diese Wahl mit Europa-, Kreistags-, Stadtrats- und Ortschaftsratswahl war eine besondere Herausforderung für alle Wahlvorstände. Mit Garz und Warnau waren die ersten gegen 22.30 Uhr fertig mit dem Auszählen. In den großen Lokalen war um Mitternacht Feierabend, berichtete die stellvertretende Wahlleiterin Evelin Bullwan.

Die Wahlbeteiligung lag mit 43,2 Prozent leicht über der von vor fünf Jahren. "Es sind mehr Leute zur Wahl gegangen, und das ist erfreulich", so der Bürgermeister.

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Die Einzelergebnisse zu Stadtrat und Ortschaftsräten finden Sie auf Seite 17.