Drei wichtige Gründe gab es für die Havelberger Führungsunterstützer, am Mittwoch zum Appell anzutreten: die Verleihung der Fluthilfemedaillen, die Verabschiedung in den Auslandseinsatz und die Auflösung von zwei Kompanien. Es war der letzte größere Appell des Bataillons.

Havelberg l Jede Menge Wasser von oben schuf beim Appell in der Elb-Havel-Kaserne die Verbindung zur Hochwasserkatastrophe im Juni 2013. Die Erinnerungen an die vielen bangen Stunden und intensiven Einsätze der Soldaten im Kampf gegen die Wassermassen wären allerdings auch ohne Dauerregen, der vor einem Jahr Grund für die verheerende Flut gewesen ist, präsent gewesen. Der Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 382 Havelberg, Oberstleutnant Bernd Hansen, blickte zurück auf den Hochwassereinsatz, der für seine Soldaten am 3.Juni 2013 mit der Alarmierung nach Magdeburg begann.

Die Führungsunterstützer übernahmen die Raumverantwortung und koordinierten den Einsatz von bis zu 1350 Soldaten. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, der zur Verleihung der Einsatzmedaillen Fluthilfe 2013 in die Hansestadt gereist war, dankte den Soldaten für ihre Hilfe bei der Rettung Magdeburgs. Eine bedeutende Aufgabe war die Sicherung der Stromversorgung. "Es ist gut zu wissen, dass die Soldaten, wenn es Ernst wird, unserer Bevölkerung zur Seite stehen." Er überreichte im Auftrag der Landesregierung an den Kommandeur die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt für besondere Verdienste. Im Anschluss zeichneten der Oberbürgermeister, der Kommandeur, Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski und der Kommandeur des Führungsunterstützungsregimentes 38, Oberst Manfred Kutz, die Soldaten mit den Medaillen aus.

Einsätze im Ausland

Gedankt wurde am Mittwoch auch den Reservisten des Bataillons. Zudem löste der Bataillonskommandeur die 4. und 5. Kompanie auf. In Vorbereitung auf die Auflösung des Führungsunterstützungsbataillons zum Ende dieses Jahres haben bereits 50 Soldaten Havelberg verlassen und ihren Dienst in neuen Einheiten begonnen. Weitere Soldaten gehen zum 1. Juli. 90 Prozent des Großgerätes des Bataillons ist bereits abgegeben. Verbleibendes Personal ist jetzt in der 1. und 2. Kompanie zusammengefasst.

Trotz der bevorstehenden Auflösung erfüllen die Soldaten weiterhin ihre Aufgaben. Zu diesen gehören nächste Auslandseinsätze. 23 Soldaten sind bereits in den Einsatzgebieten, 33 werden in den nächsten Wochen nach Afghanistan, Mali, in den Kosovo oder in die Türkei gehen. Darunter auch Oberstleutnant Bernd Hansen, der bis Dezember seinen Dienst in Afghanistan versehen wird. Bürgermeister Bernd Poloski überreichte als Symbol der Verbundenheit der Garnisonsstadt mit den Soldaten ein Ortsschild und eine Fahne der Stadt und wünschte ebenso wie die anderen Redner, dass alle Soldaten gesund und wohlbehalten zurückkehren.

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