Stendal. Süchtig sein kann man nach vielen Dingen. Es gibt nicht nur die Sucht, die durch eine Abhängigkeit nach einer bestimmten Sache, wie Alkohol oder Tabletten, gekennzeichnet ist. Auch an Zwangsstörungen oder Kauf- sucht, die eher psychische Suchten sind, leiden viele.

Das Gesundheitsamt des Landkreises hat zum Thema Sucht gestern in der Berufsbildenden Schule II in Stendal einen Mitmach-Parcours errichtet. Durch das Absolvieren verschiedener Stationen sollen die Jugendlichen legale und illegale Suchtmittel und auch süchtige Verhaltensweisen erkennen und diskutieren.

Der Parcours soll interaktive Aufklärung sein und eine Verbindung zwischen Erlebnisspiel und Ausstellung darstellen.

Fünf Stationen durchlaufen die Schüler: "Beim Grabbelsack der Süchte" sollen die Teilnehmer stoffgebundene von nicht stoffgebundenen Suchten unterscheiden. So finden sie heraus, das Cannabis natürlich stoffgebunden ist, Magersucht dagegen nicht.

Bei einer anderen Station geht es um das pantomimische Darstellen von Suchten und Lebensumständen oder Persönlichkeitsmerkmalen, die eine Sucht begleiten. So erklären sich die Schüler gegenseitig Worte wie "Angst" oder "dealen".

Eine Spezialbrille simuliert an der letzten Station einen gewissen Rauschzustand. Mit ihrer Hilfe sollen die jungen Leute erkennen, wie die Koordinationsfähigkeit und die Wahrnehmung durch Alkohol eingeschränkt werden.

Auch Schulleiter Jörg Hagge sieht diesen Projekttag als Chance: "So ein Tag hallt nach. In den nächsten Stunden werden wir oft darüber diskutieren." Teilnehmer des Parcours waren vor allem Lehrlinge und Schüler aus sozialen Arbeitsbereichen. "Sie werden in ihrer Zukunft viel mit Menschen zu tun haben", sagt Hagge.