Erstmals in der Öffentlichkeit präsentierte sich der Jägertag des Hegeringes "Mahlitzer Heide", welcher am Wochenende in Schollene stattfand. Vorher blieben die Waidmänner "in Familie".

Schollene l Das "große Halali", geblasen von der Bläsergruppe "Elb-Havel-Winkel" unter Leitung des Klietzers Manfred Loer, läutete den Jägertag des Hegeringes ein. Als Moderator fungierte Christoph Krauskopf aus Neuwartensleben. Er war erst im Vorjahr zum Leiter des Hegeringes gewählt worden - zuvor war es der Klietzer Manfred Joachim.

Der Jägertag hatte in den Jahren zuvor unter anderem in Klietz sowie am Schollener Gütschow stattgefunden - geladen waren hierzu allerdings nur Waidmänner und Angehörige. Jetzt präsentierte man sich auf dem Schollener Festplatz erstmals der breiten Öffentlichkeit - und viele Gäste folgten der Einladung.

Geht ein Jäger auf die Jagd, benötigt er auch einen Ansitz. Hegering-Sprecher Udo Holzendorf, der den Tag mit vorbereitet hatte, zeigte, wie eine solche Kanzel für die Ansitzjagd zusammengebaut wird. Ans Antriebsgestänge eines Traktors wurde eine Schälmaschine des Bundesforstbetriebes angebaut, mit der die Stämme zunächst entrindet wurden. Danach wurden sie entsprechend zusammengenagelt.

Auf der Bühne hatten die Jäger ihre Trophäen ausgestellt, darunter auch einen sogenannten Perückenbock. Solche Rehe kommen in der Natur wirklich vor, sie leiden an einem verletzten oder gar fehlenden Hoden. Ihr Problem mit dem ungewollten Kopfschmuck: Irgendwann wächst dieser über die Augen.

Saufeder für den Todesstoß

Zu sehen waren ferner Koffer- und Kastenfallen für Waschbär oder Mink und ein Jagdgerät aus ferner Zeit - eine Saufeder. Mit dieser Lanze musste der Jäger dem Tier einst den Todesstoß versetzen. Auch ein eiserner Fährtenschuh war zu sehen, mit dem Fährten für die Hundeausbildung gelegt werden.

Welche Hunde bei der Jagd zum Einsatz kommen, darüber informierte Engelbert Schmitte, der Hundeobmann der Havelberger Jägerschaft. Er selbst hatte eine Schwarzwildbracke der Rasse Slowenski Kopov dabei, ferner waren auf dem Platz Bayrischer Gebirgsschweißhund, Rau-, Draht- und Kurzhaar sowie Jagdterrier vertreten. Der Jederitzer Waidmann Joachim Kirchhoff besitzt eine sehr seltene Rasse: einen Schweizer Jura-Laufhund. Spaß verstehen die Jäger auch: Der kleine Vierbeiner von Jörg Riese, der auch mit in der Reihe stand, gehörte natürlich nicht zu den Jagdhunden.

Recht laut ging es auf der Seite des Platzes zu, wo der Schollener Kettensägeschnitzer Steffen Menze und sein Kollege Frank Gums aus Großwudicke mit ihren Geräten hantierten. Zum Schnitzen nutzen sie ein Carving-Sägeblatt mit kleinen Zähnen und einer Spitze. Steffen Menze schnitzt seit etwa zehn Jahren, sein größtes Einzelstück - ein Adler - steht im offenen Garten in Schönfeld. Das größte Auftragswerk war ein Schiff für den Spielplatz des Steckelsdorfer Campingplatzes - der TÜV-Prüfer hatte bei der Abnahme keine Beanstandungen.

Auch die Kinder waren beschäftigt, sie durften Blumen aus Birkenscheiben bauen oder Hefte ausmalen, auch gab es Bestimmungshefte über Greifvögel oder Gänse. Schließlich benötigen auch die Jäger dringend Nachwuchs.

   

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