Havelberg. Jeder Mensch hat fünf bis sieben Liter. Aber nicht alle geben etwas davon ab. Blut rettet aber Leben, jeden Tag. Drei Prozent der Menschen in Deutschland spenden, denn die moderne Medizin funktioniert nur mit einem soliden Vorrat an Blutkonserven. Diese und weitere Informationen konnten die 297 Soldatinnen, Soldaten und Zivilbeschäftigte der Havelberger Elb-Havel-Kaserne gestern bei der Blutspende aus den Info-Materialien entnehmen.

In der Sporthalle herrschte reges Treiben, kompanieweise rückten die Spender ein und ließen sich nach der Registrierung, der Voruntersuchung und der ärztlichen Untersuchung einen halben Liter "Leben" abzapfen. Seit 2007 ist der Feldwebel Philipp Markowski aus der Nähe von Magdeburg im Führungsunterstützungsbataillon 382. "Es kann jeden von uns schon heute auf dem Weg nach Hause treffen, dass auch wir nach einem Unfall Blut benötigen. Daher spende ich. Es ist für einen guten Zweck und das nächste Mal spende ich wieder", sagte er. Philipp Markowski spendete zum fünften Mal Blut, in der Havelberger Kaserne aber zum ersten Mal.

Einen etwas weiteren Weg hat Hannelore Wolf (53) auf sich genommen, um bei der Blutspende mit dabei zu sein. Die Zivilangestellte der Bundeswehr ist im brandenburgischen Schulzendorf zu Hause und arbeitet in der Dienststelle Wittstock. Für sie ist Blutspenden ein Muss.

Der Havelberger Hauptfeldwebel des Führungsunterstützungsbataillons Marcel Thürmer war Erstspender und guter Laune. "Ich hatte schon einmal Anlauf genommen und durfte aber wegen einer medizinischen Behandlung aus den Vortagen nicht spenden. Jetzt bin ich mit dabei und werde auch in Zukunft die Blutspendetermine wahrnehmen", sagte er. Nach der Registrierung, die von Christine Taege und Gudrun Meyer vom Havelberger DRK-Ortsverein vorgenommen wurde, hatte er schon einen Blick auf das Speisenangebot geworfen. "Das ist ja voll lecker!", so der Hansestädter.

Bei der Zubereitung des Essens, das nach dem Spenden gereicht wird, hatten die Havelbergerinnen Christine Heck, Annerose Liedtke, Bianka Meyer, Rosemarie Schreiber und Diana Fritze alle Hände voll zu tun. Mit zum Havelberger Team gehört seit vielen Jahren Dr. Jürgen Gennermann, der die Untersuchung der Spender vornimmt. Der Blutspendedienst Dessau war mit zwölf Kollegen bei der Blutspende in der Sporthalle tätig.

Für den Spieß der 2. Kompanie der Führungsunterstützer, Stabsfeldwebel Peter Behm, war es die dritte Blutspende. Wenn es die Zeit erlaubt, will er auch in Zukunft wieder mit dabei sein. Für alle Blutspender wird der heutige Freitag seinem Namen gerecht, denn es ist für sie ein freier Tag. "Seit 2008 gibt es diesen Anreiz, aber ich würde auch ohne den freien Tag zur Blutspende gehen", sagte er. Da es bis heute noch nicht gelungen ist, einen gleichwertigen Ersatz, eine Art künstliches Blut, zu schaffen, werden stets Menschen als regelmäßige Blutspender benötigt. In der Havelberger Bundeswehrkaserne ist die Tendenz der Freiwilligen steigend.