Havelberg l Mehr als 200000 Besucher haben vier tolle Tage auf dem Havelberger Pferdemarkt 2014 erlebt. "Es war ein sehr, sehr schöner Markt, der nicht nur vom guten Wetter, sondern vor allen Dingen von der guten Laune sowohl bei den Besuchern als auch bei Händlern, Schaustellern und Helfern geprägt war", schätzt Bürgermeister Bernd Poloski im Gespräch mit der Volksstimme ein. "Es waren überraschend viele Besucher, wir haben Zahlen erreicht wie 2003. Es waren über 1000 Händler, auf dem Kleinhandelsplatz hatten wir so viele Händler wie noch nie."

Dass mit 440 Pferden rund hundert weniger aufgetrieben worden sind als im Jahr 2012, trübt die positive Einschätzung des Bürgermeisters nicht. Wichtig ist ihm auch, dass es keine nennenswerten Vorkommnisse gab.

Dankeschön an alle Partner und Helfer

"Es gab sehr viel Lob von allen Beteiligten. Insofern freue ich mich, dass der Pferdemarkt nach wie vor nicht an Attraktivität verloren hat und es uns gelungen ist, viele Mitwirkende und Besucher langfristig zu binden und das Niveau dieser Großveranstaltung zu halten. Wir haben viele Stammbeschicker und Stammbesucher."

Ein herzliches Dankeschön schickt der Bürgermeister noch einmal an alle Partner und Helfer für die sehr gute Zusammenarbeit.

Dass es auch im Buga-Jahr 2015 einen Pferdemarkt geben wird, hatte das Stadtoberhaupt bereits zur Eröffnungsveranstaltung am Marktdonnerstag versichert. Manch einer hatte befürchtet, dass diese Großveranstaltung aufgrund der 177-tägigen Großveranstaltung Bundesgartenschau ausfallen würde. "Den Pferdemarkt 2015 wird es selbstverständlich geben." Schon mal zum Vormerken: Er findet dann vom 3. bis 6. September statt.

Attraktivität durch Pferdeshows erhöhen

Wünschenswert ist auch aus Sicht des Bürgermeisters, dass es besser gelingt, den Pferdehandel in den Vordergrund zu rücken. Pferdeplatzchefin Sigrid Wiedenhöft hatte den Markt als fast perfekt bezeichnet, weil Sonnabendmittag eine Abreisewelle einsetzte und nicht mehr all zu viele Pferde auf dem Platz waren. Mit Pferdehändlern hatte es deshalb noch am Sonnabend ein erstes Gespräch gegeben, um Lösungen zu finden, damit auch noch am Sonnabend die dem Markt den Namen gebenden Vierbeiner in größerer Zahl zu finden sind. Eine Möglichkeit wäre, die Händler mit einer größeren Anzahl Pferden stärker zu konzentrieren. Weitere Gespräche werden folgen.

"Wir wollen an die Pferdehändler appellieren, den Platz möglichst erst in der Nacht von Samstag zu Sonntag zu verlassen. Doch das wird uns nicht bei jedem Gelingen", weiß auch der Bürgermeister, dass viele, die zum großen Teil bereits am Montag anreisen, möglichst den Sonntag wieder zu Hause verbringen wollen, denn am Montag beginnt für sie meist der Arbeitsalltag wieder.

Die Zahl der Pferde zu erhöhen, wird eher nicht gelingen, so der Bürgermeister. Allerdings muss man hier bedenken, dass in diesem Jahr zwei Händler mit jeweils 20 und mehr Pferden aus Holland nicht nach Havelberg gekommen waren. "Wir sind aber auch am Überlegen, das Angebot der Pferdeshows zu erweitern. Das wäre wünschenswert und würde die Attraktivität erhöhen. Allerdings geht das nur im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten."

"Stark vermisst" hat der Bürgermeister den Fußball auf dem Sportplatz im Mühlenholz. Lediglich am Sonntag gab es ein Spiel der Frauen. Ansonsten herrschte gähnende Leere auf dem Platz. "Hier wollen wir mit den Verantwortlichen aus den Sportvereinen eine Lösung finden."

Für Marktmeister Dieter Härtwig steht fest, dass künftig nicht nur die aufgetriebenen Pferde in der Statistik gesondert erfasst werden, sondern auch die Esel. Offensichtlich sind diese Vierbeiner im Kommen. 40 bis 50 waren es dieses Mal, die zum Handel angeboten wurden. Allerdings, so sagt er augenzwinkernd, gab es auch zweibeinige "Esel". Etwa die Unbelehrbaren, die trotz diverser Park Ride-Angebote doch im Halteverbot etwa in der Rathenower Straße oder in der Elbstraße und im Schleusenweg standen. Um die 300 Knöllchen mussten Ordnungsamtsmitarbeiterin Silke Lisges und ihre Helfer verteilen. Sie zeigte Fotos, auf denen Autos direkt am Park- oder Halteverbotsschild abgestellt worden waren oder wo sie den Busverkehr behinderten. Der Abschleppdienst musste allerdings nicht zum Einsatz gebracht werden. Der stand nur für den Fall in Bereitschaft, dass Feuerwehrzufahrten oder Rettungswege zugeparkt sind.

Wartezeit am Sonnabend kaum zu vermeiden

Sehr gut geklappt hat die Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Sicherheitsdienst, schickt Dieter Härtwig ein Lob an diese Kräfte. "Sie machen ihre Arbeit sehr gut."

Das zeigte sich zum Beispiel am Samstagnachmittag, als an den Zu- und Abfahrten von den Parkplätzen an der B 107 Richtung Sandau zwischen 16 und 17.30 Uhr kaum noch was ging. Mit Regulierern und einer Notausfahrt wurde Abhilfe geschaffen. "Solch einen Pfropfen haben wir lange nicht mehr gehabt." Den Grund sieht der Marktmeister in der zurzeit gesperrten Ortsdurchfahrt Kuhlhausen. Viele, die sonst über die Rathenower Straße nach Havelberg gekommen sind und dort parkten, mussten dieses Mal den Weg über Wulkau und Sandau nutzen. Der Rückstau in Richtung Süden reichte am Sonnabend kurzzeitig sogar bis Scharlibbe. Meist ging es in der Hauptanreisezeit von Wulkau im Stop-and-Go-Modus vorwärts. Doch wird sich das auch künftig kaum vermeiden lassen, denn der Sonnabend ist nun mal der Hauptbesuchstag für viele Pferdemarktfans.