Lebensfreude durch gelebte Selbsthilfe. Das hat sich die Havelberger Selbsthilfegruppe Osteoporose auf die Fahnen geschrieben und bietet Betroffenen gegenseitige Hilfe und Aktivitäten an. Sie blickt auf ihr 20-jähriges Bestehen zurück.

Von Wolfgang Masur

Havelberg l Aus Anlass des Jubiläums hatten sich die Mitglieder den Apotheker Dr. Frank Hommel eingeladen. In seinem Fachreferat ging er auf die Volkskrankheit ein und mahnte zur Frühdiagnostik. "Der größte ,Knochenräuber` sind aber die Kortisonpräparate - die sind ein Risikofaktor. Osteoporose kann aber auch durch Bewegungsmangel, falsche Ernährung und Mangel an Licht und Sonne gefördert werden", zählte er auf. Er lobte auch die Organisation in der Gruppe, in der Erfahrungen ausgetauscht werden und ein Zusammenhalt Gleichgesinnter besteht.

Die Jubilare kennen sich schon seit über 20 Jahren. Die heute 20 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 76 Jahren sind durch ihre Krankheit eng miteinander verbunden.

Osteoporose bedeutet "poröser Knochen". Bei dieser Krankheit, die in Deutschland mindestens 6,3 Millionen Menschen betrifft, und jährlich kommen fast 900000 hinzu, werden die Knochen porös, verlieren an Substanz und Festigkeit, brechen leichter. Fast jede dritte Frau nach den Wechseljahren und jeder siebte Mann ist betroffen.

So suchte die rührige Havelbergerin Dorothea Atzpadin 1993 Gleichgesinnte, die sich nicht damit abfinden wollten, dass man von einer Krankheit besiegt wird. Sie und ihre Mitstreiterinnen wollten sich sportlich in einer Gruppe betätigen, um etwas zur Gesunderhaltung zu tun. In der AOK-Geschäftsstelle fanden sich gute Partnerinnen, wie etwa Angela Däbler, so dass 1994 die Selbsthilfegruppe gegründet werden konnte.

Die Havelbergerin Gertrud Graupner war die erste Leiterin. "Heute ist die Selbsthilfegruppe aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken", so Christine Becker, die 2009 die Leitung übernahm.

Von Osteoporose sind nicht nur die Erkrankten betroffen, sondern auch ihr Umfeld. Osteoporose beginnt am Knochen, aber sie beeinflusst den Menschen in seiner Gesamtheit. "Wir wollen trotz Schmerzen Freude am Leben haben", sagt Christine Becker. Sie bedankte sich bei ihrer Vorgängerin und der Gründerin der Gruppe mit einem Präsent für die geleistete Arbeit.

Bei der Jubiläumsfeier war auch Bärbel Riep, Ansprechpartnerin für Selbsthilfegruppen in der Regionalstelle Altmark/Jerichower Land des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, anwesend. Ebenso als Unterstützer Heinz Caro von der Kreissparkasse. Für langjährige Zugehörigkeit gab es für weitere Mitglieder Blumenpräsente.

Einen Tag nach der Jubiläumsfeier ging es wieder, so wie alle 14 Tage, zum Therapieschwimmen nach Bad Wilsnack.

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