Unter dem Motto des Tages der Regionen 2014 "Aus Liebe zur Region - denken, handeln und genießen" ist am Tag der Deutschen Einheit in der Havelberger Domkurie Domherrnstraße 8 (D8) zu einem Tag der offenen Tür mit Herbstfest eingeladen worden.

Havelberg l Die Mitglieder des Vereins "denkMal und Leben", unter dem Vorsitz von Ute Schröter, hatten den Tag gut vorbereitet. Bei schönstem Herbstwetter kamen zahlreiche Besucher. Sie schauten sich den Zeitzeugen an und waren erstaunt darüber, was aus dem einst baufälligen Fachwerkhaus, 1723 für den Domherrn Ernst Wilhelm von Bredow erbaut, geworden ist. Anhand von Bilddokumenten, die im Flur ausgestellt waren, konnten sich die Gäste gut darüber informieren, wie der Verein das Haus wieder aufgebaut hat.

Spindeln surren

Im Eingangsbereich der D8 saßen die Klietzer Spinnfrauen und ließen die Spindeln surren. Zum ersten Mal war die Kräuterfrau Sybille France mit dabei. "Es gefällt mir sehr gut hier und ich denke, wir passen mit unserem alten Handwerk und den historischen Traditionen gut in dieses ehrwürdige Gebäude", sagte sie.

An einem Büchertisch wurde gekramt, und vom ersten Obergeschoss aus zog der Duft von frisch gebrühtem Kaffee durchs ganze Haus. Dazu gab es natürlich leckeren Kuchen.

Auf dem Hof der D8 wurden von einigen Händlern wieder regionale Produkte angeboten. So konnte man zum Beispiel bei der Havelbergerin Annemarie Püschel zwischen zahlreichen Honig- und Marmeladensorten auswählen oder Kräuter, Brot, Nudeln, Kombucha und einiges mehr an weiteren Ständen erwerben.

Martha Zitzow, Auszubildende in der Töpferei am Dom, bot den Gästen Bratwürste und Kartoffelspalten an. An den Tischen saßen die Besucher und genossen die regionalen Produkte und die Herbstsonne. Dabei konnten sie Martin Dietzsche beim Schaupflastern zusehen. "Als Vereinsmitglied und gelernter Straßenbauer habe ich diese Aufgabe ehrenamtlich übernommen. In der Woche werde ich von drei Ein-Euro-Jobbern, die sehr fleißig sind - sonst wären wir noch nicht so weit - unterstützt. Die Ein-Euro-Jobber werden von meiner Frau Marion, die hier mit angestellt ist, im Außenbereich angeleitet", beschrieb Martin Dietzsche sein Tätigkeitsfeld.

Italienischer Garten entsteht

Das Rondell, in das er ein Fischgrätenmuster einbaut, gehört mit zur neuen Gartenanlage, die hier am Entstehen ist. Dazu Henrik Hempelmann: "Wir haben in Italien Sponsoren, waren jetzt auch für drei Tage in der Toscana und haben Pflanzen für den Kuriengarten mitgebracht. Leider konnten wir keine historischen Pläne der alten Gartenanlage finden, aber in Kirchenbüchern haben wir nachgelesen, dass es früher an der Kurie Obstbäume gab.

Dann stand der Entschluss fest, dass der Verein ,denkMal und Leben` hier einen italienischen Garten entstehen lassen will", so Henrik Hempelmann. Obstspaliere, Rasenflächen, Blumenbeete, Naschgarten und einiges mehr werden angelegt.

"Auf der rechten Seite, zum Nachbargrundstück von Vereinsmitglied Norbert Kühnel, bauen wir einen Laubengang. Die Pflanzen, wie etwa Kiwi, rote und schwarze Maulbeere und andere, haben wir auch aus Italien mitgebracht", erklärte Henrik Hempelmann.

Pavillon wird aufgearbeitet

In gut zwei Wochen beginnt hier das erste Fachseminar, und danach starten dann auch die gärtnerischen Arbeiten auf dem 2000 Quadratmeter großen Kuriengarten, der bis zur Bundesgartenschau 2015 Havelregion fertig sein soll.

Der über einhundert Jahre alte Pavillon wird zurzeit aufgearbeitet und findet dann wieder seinen Platz im neuen Gartenreich.

   

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