Der Bläserchor der Schönhauser Kirchgemeinde begleitet seit Jahrzehnten die Gottesdienste und unterhält auch zu Gemeindenachmittagen. Geleitet wird die Gruppe nun in dritter Matzke-Generation.

Schönhausen l "Den Schönhauser Bläserchor gibt es nicht ohne den Namen Matzke. War es vor 66 Jahren Rudolf Matzke, der den Chor gründete und sein Leben lang leitete, so ist es heute sein Enkel Thomas (26 Jahre alt), der die Tradition fortführt." Das schreiben Edith Leipold und Michaela Möbius in der jüngsten Ausgabe des Gemeindebriefes "Senfkorn".

Die Leidenschaft zur Musik hat der sportliche Thomas Matzke ganz sicher von den Großeltern geerbt. Denn auch seine Oma, Erna Matzke, war 55 Jahre lang aktiv im Posaunenchor und mit viel Freude als Trompeterin dabei. Inzwischen ist sie für die Organisation zuständig und eine zuverlässige, wichtige Stütze für die Bläser. "Mit neun Jahren habe ich angefangen, Flöte zu spielen, dann Trompete und Posaune. Jetzt spiele ich am liebsten die Tuba. Es macht mir immer wieder Freude, gemeinsam mit den anderen Bläsern zu musizieren", erzählt der junge Mann mit Begeisterung. Auch sein Zwillingsbruder Matthias, mit der er am 8.8. 1988 das Licht der Welt erblickt hatte, spielt - wenn die Zeit es erlaubt - mit.

Auch sportlich ist er sehr aktiv, zum Beispiel als Handballspieler des SV Preußen Schönhausen, mit dem er es in die 2. Nordliga geschafft hat. Und er ist auch längere Strecken mit dem Rad unterwegs, zuletzt 360 Kilometer von Dresden nach Schönhausen. Auch beim Bismarck-Gedenklauf ist er stets dabei.

Der Posaunenchor probt jeden zweiten Dienstag im Monat von 19.30 bis 21 Uhr in der Schönhauser Winterkirche. Dabei werden die durchschnittlich zwölf Aktiven durch den Sandauer Pfarrer Hartwig Janus mit sehr viel Engagement, Wissen und Talent großartig unterstützt.

"In erster Linie muss uns das gemeinsame Musizieren Freude machen. Wir möchten weiterhin Gottesdienste mitgestalten, beim Kirchentag dabei sein und besonders in der Adventszeit Menschen mit unserem Spiel erfreuen. Seit Jahren ist es schöne Tradition, dass am dritten Advent in Jerichow beim Weihnachtsmarkt unsere Instrumente erklingen."

Thomas Matzke, der als Industriemechaniker in einem orthopädietechnischen Betrieb in Rathenow arbeitet, schildert aber auch seine Sorgen: "Trompete, Tuba, Posaune und Horn werden schon viele Jahre benutzt und sind mittlerweile reparaturbedürftig. Und wir könnten musikalischen Nachwuchs sehr gut gebrauchen. Wer also Lust hat, mitzumachen, ist willkommen." Einen Neueinsteiger, der Einzelunterricht bekommt, gibt es bereits: Frank Weichert aus Schönhausen.

Außerdem gehören zur Gruppe Bernd Matzke, Christine Naumann, Christian Klingenschmidt, Ines Keijzer, Erik Keijzer, Jenniffer Löffler, Tom Franke, Gerta Breitkreutz, Dorothea Senft und Hartwig Janus.

"Für die Gemeinde ist es immer wieder eine Bereicherung, den Posaunenchor in den Gottesdiensten und bei Festen zu erleben", sagt Pfarrer Ralf Euker.