Klietz (asr) l "Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Über die Rettung per Leiter müssen wir noch mal reden - dafür sind solche Übungen ja auch da." Das ist das Fazit, das Gemeindewehrleiter Karl-Heinz Pick als Beobachter der Feuerwehrübung am Freitagabend in Klietz zieht. Um 17.30 Uhr hatten die Sirenen geheult. Brand im Neubau am Ring, meldet die Einsatzleitstelle. 15 Klietzer Kameraden eilen in drei Fahrzeugen los zum Einsatzort. Sie wissen, dass es nur eine Übung ist. Und zwar in einem komplett leerstehenden Block. Es "brennt" in einer Wohnung im zweiten Stock und auch die Wohnung darüber ist verqualmt, zwei Personen werden vermisst. Die Atemschutzgeräteträger machen sich fertig, die Wasserversorgung wird aufgebaut und das Areal ausgeleuchtet. Auch die zeitgleich alarmierten acht Neuermark-Lübarser sind inzwischen vor Ort, bauen eine lange Schlauchleitung auf. Die Scharlibber sollten eigentlich auch alarmiert werden. Aber sie haben sich für Übungen und Einsätze außerhalb des Dorfes abgemeldet. Für die Sicherheit seiner Kameraden in dem uralten Feuerwehrauto, das über 50 Jahre alt ist, will Wehrleiter Arnim Glimm keine Verantwortung mehr übernehmen. "Das ist verständlich", sagt Karl-Heinz Pick, der dringend eine Neuanschaffung fordert. Nicht nur für Scharlibbe, sondern auch die Fahrzeuge in Klietz und Fischbeck müssen gegen neu(ere) ausgetauscht werden.

Während die Klietzer die Leitern zusammenstecken, um die gerade gefundene Person zu retten - der Flur ist nicht mehr passierbar - ist auch die Drehleiter aus Havelberg da. 31 Minuten hat sie gebraucht. Das ist schnell, aber nicht schnell genug, um im Ernstfall zu retten. Deshalb muss sich die Gemeinde dringend etwas einfallen lassen für die Sicherheit der Mieter - nicht nur in Klietz (wir berichteten). Die Rettung über die Steckleiter gestaltet sich schwierig, etwas schneller geht es über die Drehleiter ein Stockwerk höher.

Geschafft. Übungsende. Es wird noch getestet, ob die Drehleiter an den beiden an der Straße stehenden Blocks der Gemeinde bis nach oben reicht - ja, sie reicht.

Einen Tag später sind die Klietzer schon wieder im Einsatz. Im Gerätehaus muss alles winterfest gemacht werden.

   

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