Havelberg l Es ist immer wieder erstaunlich, wie Austauschschüler nach einem Jahr in ihrem Austauschland die dortige Sprache beherrschen. Davon konnten sich beim Abendmeeting die Havelberger Rotarier überzeugen. Catherine Willis-Smith aus Südafrika berichtete über ihre Heimat und die vielen Erlebnisse als Austauschschülerin in Deutschland in den letzten zehn Monaten.

Die Jugendliche beeindruckte dabei mit ihrer sehr guten deutschen Sprache. Als sie nach Deutschland kam, waren ihre Deutschkenntnisse praktisch bei null, wie sie zu Beginn ihres fast einstündigen Vortrages sagte. Doch von Tag zu Tag verstand sie immer mehr Worte und deren Bedeutung und mit viel Übung und Gesprächen in den Gastfamilien und mit Freunden fiel ihr die Sprache immer leichter.

In eindrucksvoller Weise lud sie ihre Zuhörer ein, mit ihr durch ihr Heimatland Südafrika zu reisen. Südafrika umfasst mehr als eine Million Quadratkilometer. Es grenzt an Namibia, Botswana, Simbabwe und Mosambik, im Inneren des Landes liegen die Königreiche Lesotho und Swaziland. In Südafrika leben 30 Millionen Schwarze verschiedener Kulturen, fünf Millionen Weiße, vier Millionen Farbige und eine Million Menschen indischer Herkunft - eine Regenbogennation. Catherine lebt mit ihren Eltern und ihrer Schwester in der Stadt Dundee. Die gut 36000 Einwohner zählende Stadt liegt im Nordwesten der Provinz KwaZulu-Natal. Sie ist inmitten eines Tals der Biggarsberg Mountains gelegen und von drei Bergen umgeben, die markante Namen tragen: Indumeni ("Wo der Donner grollt"), Mpati ("Ort des guten Wassers") und Talana ("Aufbewahrungsort für Wertgegenstände"). In der Gegend gibt es reiche Kohlevorkommen.

Von Klasse 8 bis 12 besuchte sie die High School und war Klassensprecherin. Neben den üblichen Fächern, wie man sie auch an deutschen Schulen kennt, gibt es noch ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten, wozu auch das Theaterspiel gehört. Stolz berichtete Catherine, dass sie auch eine der begehrten Rollen bei den Auftritten des Theaters erhielt. In ihrem Land ist es üblich, dass die Schüler Schuluniformen tragen. Sie findet das nicht als Nachteil. Im Gegenteil. Durch ein einheitliches Auftreten identifiziert sich jeder mit seiner Schule und ist stolz, dort zu lernen, so ihre Erfahrung.

Sie berichtete von ihrem heimatlichen Rotary Club, der von der Personenanzahl dem des Havelberger Clubs ähnelt. Auch diese Clubmitglieder unterstützen mit vielen Projekten Menschen,

die Hilfe brauchen und in Not sind. Ein Dankeschön

richtete sie an die Havelberger Rotarier, die dem Club aus Dundee 500 Euro spendeten.

Erwähnung fand in ihrem Vortrag natürlich auch Nelson Mandela, der erste schwarze Präsident des Landes.

Catherine sprach über Flora und Fauna ihrer Heimat, wozu die fünf großen Tiere Elefant, Büffel, Leopard, Löwe und Nashorn zählen. Und gab einen kleinen Einblick in Kunst und Kultur, die sehr farbenfroh und einfallsreich ist. Nicht vergessen wurde zudem das sehr abwechslungsreiche Speiseangebot, was von Fleisch über Fisch bis zu den verschiedensten Gemüsearten reicht. Sie hätte durchaus noch länger über ihr Heimatland gesprochen, doch das fast zu Ende gehende Austauschjahr sollte natürlich auch noch Erwähnung finden. So zeigte die Austauschschülerin Fotos unter der Überschrift "Mein Austauschjahr in Deutschland". Buchstäblich waren alle Tage mit vielen Erlebnissen verbunden, lässt sie die letzten Monate Revue passieren. Sie hätte nie gedacht, dass sie einmal in vier Wochen durch acht Länder reisen würde. Die Europatour mit anderen Austauschschülern machte es möglich. Aber auch viele Reisen mit ihren verschiedenen Gasteltern wird sie nie vergessen. Und dann war da noch der Havelberger Pferdemarkt, den Catherine jeden Tag besuchte und die Stimmung toll fand. Mit herzlichen Worten bedankte sie sich bei ihren Gastfamilien und dem Rotary Club. "Ich habe jetzt auf der ganzen Welt Freunde gefunden." Am 4. Januar fliegt sie nach Hause.

Auf ihr Austauschjahr im nächsten Jahr bereitet sich zurzeit Frederike Ellmann vor, die Unterlagen sind eingereicht, berichtete der Jugendbeauftragte Wolfgang Schürmann. Ihre Wunschländer sind Argentinien, Neuseeland oder Italien. Wo die Reise letztendlich hingehen wird, entscheidet sich erst in einigen Monaten.