Gleich fünf Neulinge aus Kamern werden am in Kürze beginnenden Grundlehrgang der Feuerwehren teilnehmen. Darüber informierte Wehrleiter Jürgen Brandt auf der Jahresversammlung.

Kamern l Auf allerhand Freizeit hatten die Kamernschen Kameraden auch im Vorjahr verzichtet, um ihr Ehrenamt auszuüben. So kamen bei den neun Einsätzen 162 Stunden zusammen, beim Überprüfen der Brunnen, der Wartung der Technik, der Vorbereitung auf die Winterfestmachung oder ähnlichem kamen nochmals 560 Stunden hinzu. Bei der Vorbereitung auf den Wettkampf zum 80. Gründungstag wurden 140 Stunden gezählt, die Vorbereitung des Festes selber - der Aufbau der Zelte oder das Schmücken der Fahrzeuge - verlangte 340 Stunden.

Einen Wermutstropfen gab es jedoch bei den Feierlichkeiten: Eigentlich war geplant, dass bei dieser Gelegenheit alle eingeladenen auswärtigen Wehren symbolisch mit je einer Flutnadel geehrt werden. Doch war es dem Land nicht gelungen, diese Nadeln bis zu dem Termin zu besorgen. Die angereisten THW-Leute aus Baden-Württemberg erhielten hingegen von einem Staatssekretär diese Ehrung. - Alle anderen mussten zuschauen.

"Ich durfte meine Nadel vom Innenminister persönlich in Empfang nehmen - doch das, was zu unserem Jubiläum geschah, ist keine Art und Weise", zeigte sich Jürgen Brandt von der Landesregierung enttäuscht. Er werde seine Nadel darum wieder nach Magdeburg zurückschicken.

Jenny Wolf vom Ordnungsamt informierte dazu, dass Mitte November ein Teil dieser Nadeln im Amt eingetroffen sei. Anderthalb Jahre nach der Flut...

Kritik kam von Jürgen Brandt an der mangelhaften Teilnahme an der Ausbildung, dazu sei künftig wieder mehr Bereitschaft vonnöten. Der Wehrleiter informierte, dass künftig wieder sein Stellvertreter Volkmar Böhm die Ausbildung übernehmen werde.

Im Vorjahr waren drei neue Flachspiegelbrunnen gebohrt worden, zwei auf dem Hunnenberg, einer in Hohenkamern. Fünf weitere seien nötig, vor allem in Rehberg und Neukamern.

Nötig seien auch neue Werkzeuge für die Wehr, verwies Jürgen Brandt auf die aktuelle Haushaltssperre. Auch neue Shirts oder Mützen müssten angeschafft werden, die neue Einsatzbekleidung für die fünf neuen Aktiven kommt hingegen in Kürze. Deren Grundlehrgang beginnt in dieser Woche in Schönhausen. Neben diesen Kameraden wird mit Benjamin Boyken in diesem Jahr ein weiterer Gruppenführer ausgebildet, Thomas Rehhahn soll Zugführer werden, Ute Rehhahn fährt zum Jugendwart-Lehrgang, zudem werden von den Aktiven Lehrgänge für technische Hilfe, Funk und Motorkettensägen besucht.

"Das Management bei der Verteilung der Flutnadeln war ebenso schlecht wie jenes bei der Flut."

Wehrleiter Jürgen Brandt

Seltsam war, dass in den letzten Tagen wiederholt Alarmmelder anschlugen, obwohl es keinen Einsatz für die Wehr gab. Diesem Problem will man nun auf den Grund gehen.

Unter den neun Einsätzen des Vorjahres waren drei Brände gewesen, informierte Gruppenführer Thomas Rehhahn in seinem Bericht: Im Januar brannte ein Schornstein im Wulkauer Ausbau, im Sommer hatte sich ein Gartenfeuer in der Chausseestraße etwas zu üppig ausgedehnt und im Dezember musste die Wehr mit zum Brand nach Schollene eilen.

Nach Unwettern gab es vier Hilfeleistungen: Am Abzweig nach Neukamern war beim Sturm ein Baum umgefallen, einer drohte an der Gemeindescheune umzustürzen, weitere lagen auf den Straßen nach Rehberg und Wulkau. In Hohenkamern waren nach einem Starkregen Keller und Garagen vollgelaufen und in Wulkau hatte ein Ackerschlepper Öl verloren.

Zudem hatte eine Übung zur Überprüfung der Einsatzbereitschaft stattgefunden - es war in den Ortsteil Rehberg gegangen, dieser hat keine eigene Feuerwehr mehr. Sieben Aktive hatten sich zum Thema Digitalfunk fortgebildet, sechs Kameraden hatten die Atemschutzteststrecke in der Feuerwehrzentrale Arneburg absolviert.

Erfreuliches zum Thema Nachwuchsarbeit konnte den Anwesenden Ute Rehhahn berichten: In Kürze wird sich in der Seegemeinde eine Kinderfeuerwehr gründen. Acht Kinder haben bislang Interesse für die Florian-Gruppe bekundet, drei wollen sich noch entscheiden. Geübt werden soll mit ihnen unter anderem das Absetzen eines Notrufes und das Verhalten im Brandfall, die Ausrüstung und Technik der Wehr wird erklärt, die Leitstelle in Stendal soll besucht werden, es wird gebastelt und natürlich gibt es viel Sport und Spiel. Das erste Treffen findet in Kürze statt, bei der Ausbildung will auch Nadin Jahs unterstützen.

Nach mehrjähriger Pause kann im Frühjahr auch wieder eine Jugendgruppe ins Leben gerufen werden, informierte der Wehrleiter. Benjamin Boyken wird sie anleiten, er war früher auch schon Jugendwart.

In diesem Jahr währt die Partnerschaft zur Wehr im niedersächsischen Clenze immerhin schon 25 Jahre. Darum ist diese im Juli zum Strandfest, was zugleich eine Dankeschönparty für alle Fluthelfer wird, mit eingeladen. Auch bei der Jahreshauptversammlung waren die Partner mit neun Gästen vertreten.

Nach sechs Jahren stand auch wieder die Neuwahl der Wehrleitung auf dem Plan. Jenny Wolf vom Ordnungsamt leitete das Prozedere, vorgeschlagen wurden Jürgen Brandt als Wehrleiter, Volkmar Böhm und Thomas Rehhahn als Stellvertreter und Werner Bioletti als Gerätewart. Im Zuge der Abstimmung wurde die alte Wehrleitung im Amt bestätigt: Jürgen Brandt bleibt weiterhin Wehrleiter, Volkmar Böhm sein Stellvertreter und Werner Bioletti ist in den kommenden sechs Jahren wieder für die Technik zuständig.

Bilder