Mit acht Projekten gehen Schüler des Havelberger Schülerinstitutes SITI in diesem Jahr bei "Jugend forscht" an den Start. Eine elektronische Vogelscheuche, Leuchtfliesen und eine Computermaus, die die Hand kühlt und wärmt, gehören dazu.

Havelberg l Die Projekte wurden in der vergangenen Woche eingereicht. Das heißt aber nicht, dass die insgesamt 18 Schüler nichts mehr zu tun haben. Am Freitagnachmittag arbeiteten die Gruppen weiter an ihren Forschungsarbeiten. Bis zur Präsentation der Projekte bei den Regionalwettbewerben am 24. Februar in Greppin und am 26. Februar in Stendal wollen sie ihre Projekte weiter vervollständigen. So arbeiten die Neuntklässler Paul Schutzbach und Jonas Jennerjahn weiter an ihrer Komfort-Maus. Sie kühlt und heizt die Hand bei der Arbeit am Computer.

"Uns ist aufgefallen, dass es schwer ist gut zu spielen, wenn man kalte Hände hat", sagt Paul. Er ist schon wettbewerbserfahren, hat im vergangenen Jahr mit Paul Weis und Daniel Knackmuß mit dem Blaue-Herzen-Handyspiel beim Regional- und beim Landeswettbewerb erste Plätze geholt. Mit LEDs wollen beide ihre Maus auch optisch ansprechend gestalten.

Die elektronische Vogelscheuche ist das Projekt von Mareike Wulsch und Elisabeth Schneider. Mit Lichtreflexionen, Bewegung und Geräuschen soll ihre Vogelscheuche effektiv Vögel vom Naschen an Obstbäumen und Gemüsebeeten abhalten. "Vögel lernen, sie wissen bald, dass das Gestrüppgestell auf dem Feld keine Gefahr für sie ist. Wir haben uns erstmal damit beschäftigt, was es schon gibt und haben eine große Sammlung an Vogelscheuchen zusammengestellt, um zu wissen, was an unserer besonders sein muss", erzählt Elisabeth Schneider. Die Zehntklässlerin nimmt bereits zum vierten Mal am Wettbewerb teil. Die Schülerinnen haben sich mit der Psychologie von Vögeln beschäftigt, haben im Internet recherchiert und in SITI-Betreuerin Verena Fischer als ehemaliger Biologielehrerin eine gute Ratgeberin gehabt.

Um Obstdiebe schonend zu vertreiben, soll die Vogelscheuche Geräusche etwa von Greifvögeln aussenden. Mit Pailletten oder CDs werden Lichtreflexionen erzeugt. Da Blau generell von Tieren nicht gemocht wird, könnte das auch Vögel fernhalten. Die Bewegung wird die Vogelscheuche über ihre Arme ausführen. Erforderlichen Strom erzeugt sie über Solarzellen. Bislang gibt es sie auf dem Computer. "Vielleicht schaffen wir bis zum Wettbewerb auch schon den Prototypen."

"Die Attraktivität spielt auch immer eine Rolle."

Das erste Anmeldeterminal des Schülerinstitutes ist bereits zwölf Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß. Das wollen Philipp Göner und Niclas Hedler ändern. Sie haben ein Programm geschrieben und planen, dass sich SITI-Mitglieder künftig mit einem elektronischen Schlüssel oder einer Karte anmelden können. Für die Statistik ist zum Beispiel interessant, wie lange welcher Schüler in einem Bereich oder an einem Gerät gearbeitet hat. Darum wollen die Zehntklässler Terminals in kleinerer Variante auch für die Fräse und den 3-D-Drucker herstellen.

An einer Uhr aus Zahnrad und Zahnstange tüfteln Lea Szapura und Daniel Knackmuß im Rahmen ihrer innovativen Uhrenkonzepte. Mit dem 3-D-Drucker werden die Teile produziert, die durch ein Uhrwerk betrieben werden. Alles wird mit einer Acrylplatte bedeckt. Zum Regionalwettbewerb wollen sie ein Modell mitnehmen. Beide Neuntklässler sind auch schon erfahren. Lea hatte an der mobilen Dusche für den Triathlon mitgearbeitet.

Eine Taktstraße aus vier Robotern ist das Ziel von Paul Weis und Alexander Plaue. Die Roboter sind ein Geschenk der Berufsschule in Wernigerode, wo sie vor 25 Jahren moderne Technik waren. Die Neuntklässler wollen sie mit einer neuen Steuerung zu neuem Leben erwecken. Zunächst arbeiten sie an einem Roboter. Er dreht sich, kann greifen, jede Achse bewegen.

SITI-Chef Dr. Hannes König ist wieder gespannt, wie seine Schützlinge abschneiden werden. Viele vordere Plätze und Sonderpreise gab es seit 1991 schon für junge Forscher aus Havelberg. "Die Attraktivität spielt auch immer eine Rolle, ob eine Projekt ankommt", weiß er aus Erfahrung. Für ihn ist die Nachhaltigkeit wichtig, also, dass die Projekte etwa in den Schülerfirmen Anwendung finden. Und die Kooperation mit Unternehmen. So ist ein Projekt ein Auftrag der Firma TCS in Genthin. Gilian Ende und Hanna Hessenmüller hatten bei einer Betriebsführung die Möglichkeit, sich einen Betriebsablauf herauszusuchen, den sie optimiert wollen. Sie arbeiten jetzt daran, das Aufbringen von Elementen für Klingelknöpfe zu automatisieren. Das ist zugleich eine sogenannte schulische Leistung, die die beiden Elftklässler in ihr Abitur einbringen wollen. Dadurch werden sie in einem Fach weniger geprüft.

   

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