Ein Bretterzaun am Ortseingang von Wulkau sorgt derzeit für Unmut. Errichtet wurde er zum Schutz eines Grundstückes.

Wulkau l Allerhand Aufregung herrschte vor kurzem in Wulkau. Und zwar zuerst bei Gerd Schulz, als ausgerechnet neben seiner Futterwiese eine Sitzgruppe des Frau-Harke-Sagenpfades errichtet wurde. Eigentlich findet er diese Wegemarken gut, war selbst zu deren Einweihungen zusammen mit seiner Frau in andere Orte geradelt. Doch sei der Standort der Wegemarke hier schlecht gewählt, so seine Meinung. Vorab hatte mit ihm als Anlieger darüber niemand gesprochen.

Bereits vor einiger Zeit hatte Gerd Schulz im Gemeinderat kritisiert, dass sich an der Baumgruppe am alten Bahndamm Kraftfahrer erleichtern, Autos parkten auf dem Geh- und Radweg und Müll wurde hinterlassen - bis hin zu vollen Windeln und benutztem Toilettenpapier, was letztendlich bei ihm im Gemüsebeet landete. Sogar Beschimpfungen musste er sich anhören, als er die Verursacher darauf hinwies, dies zu unterlassen.

Das alles würde mit der neuen Sitzgruppe noch mehr zunehmen, befürchtet der Wulkauer und tat dies kürzlich auch im Gemeinderat Kamern, wo er die Wählergemeinschaft Wulkau vertritt, kund. Er plädierte dafür, die Wegemarke lieber auf der anderen Straßenseite an der Stelle des einstigen Bahnhofes aufzustellen - weiter weg von der Landstraße.

"Gerd Schulz hat uns gezeigt, wo die Harke hängt."

Günter Klam in Anspielung auf die Namensgeberin des Sagenpfades

Beim Vor-Ort-Termin mit dem Bauherren Günter Klam vom KulTour-Verein aus Kamern meinte dieser, der jetzt gewählte Platz sei architektonisch besser geeignet. Wenn er einen Zaun ziehen wolle, solle er es doch tun, erhielt Gerd Schulz als Antwort. Am Bahnhof sei zudem der Baugrund schlechter, informierte Günter Klam auf Volksstimme-Nachfrage.

Gerd Schulz zog seine Konsequenzen und errichtete neben der Sitzgruppe einen zwei Meter hohen Bretterzaun - nicht schön, nicht teuer, aber zweckmäßig. Diese Arbeit verrichte er sehr ungern, versicherte der Wulkauer - er habe immer dafür gesorgt, dass seine Flächen am Dorfeingang einen gepflegten Anblick bieten.

Der hohe Zaun wiederum erregte den Ärger vieler Einheimischer, was empörte Anrufer aus Wulkau und Sandau bewiesen: "Das ist doch ein Schildbürgerstreich...", erregte sich ein Wulkauer, die gesamte Ortseinfahrt sei verschandelt.

Günter Klam unterbreitete nun einen Kompromissvorschlag: Statt des Bretterzaunes könnte ein Maschendrahtzaun errichtet werden, das Material stellt er sogar selbst bereit.