Stendal (ge) l 905 Mädchen und Jungen im Bereich der Stendaler Arbeitsagentur, also altmarkweit, sind in diesem Jahr als Bewerber um einen Ausbildungsplatz gemeldet. Auf der anderen Seite meldeten Unternehmen der Region 774 betriebliche Ausbildungsstellen, die sie in diesem Jahr besetzen möchten. Das war die Ausgangssituation im Oktober vergangenen Jahres. Im März hatten von diesen 905 jungen Leuten 252 einen Lehrvertrag in der Tasche. 653 Jugendliche sind demnach noch auf Lehrstellensuche oder warteten noch auf eine Zusage. Ihnen stehen 652 offene Ausbildungsplätze gegenüber.

Theoretisch bietet diese Situation den Jugendlichen ideale Perspektiven, sich beruflich in ihrer Heimat zu verwirklichen. Praktisch ist es ganz so einfach dann doch nicht. Zum einen, weil nicht jeder Ausbildungsplatz gleichermaßen beliebt ist, zum anderen, weil manch Arbeitgeber meint, unter den Bewerbern nicht den oder die geeigneten finden zu können. Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten ist gefragt.

Den jungen Leuten, die auf der Suche nach einer Lehrstelle noch nicht fündig wurden, rät Olaf Lange, Geschäftsführer Operativ der Stendaler Arbeitsagentur den Berufswunsch nicht zu eng zu fassen: "Wir beobachten immer noch eine Fokussierung auf wenige Berufsfelder. Bei den Mädchen sind es fast 60 Prozent der Bewerberinnen, die sich für lediglich zehn Ausbildungsberufe interessieren. Beim männlichen Nachwuchs sind es auch immer noch mehr als 40 Prozent. In anderen Branchen fehlen diese Bewerber. Das verschärft die Situation für Unternehmen insbesondere im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe nochmals."

Die Folge: In den technischen und handwerklichen Berufen fehlt es an Bewerbern. Hingegen konkurrieren in den Branchen Verkauf, Verwaltung oder Arzthilfe mehr Interessenten um weniger Lehrstellen.