Immerhin sechs Kirchen betreut der Geschichtskreis und Marionettenbühne im Kirchspiel Wulkow-Wust (GuM). Welche Herausforderungen anstehen, wurde auf der Vollversammlung am Wochenende beraten.

Briest l Die Gotteshäuser zwischen Wust und Wulkow wurden und werden von den engagierten Mitgliedern vor dem Verfall gerettet oder saniert - weshalb sie auf Spenden angewiesen sind. Dafür unterbreiten sie Angebote wie Kirchenführungen oder Aufführungen der Marionettenbühne.

Auf der alljährlichen Vollversammlung in Briest informierte Vorstandsmitglied Sabine Schönfeld, dass im Vorjahr 1350 Besucher gezählt wurden, 32 angemeldete Gruppen waren darunter. Die Marionettenbühne steuerte nach ihrem Neustart neun Präsentationen bei sowie im Advent die Erstaufführung des Märchens von der Frau Holle. Zudem mussten 2014 der Umzug des GuM-Büros vom Pfarrhaus in Großwulkow in die Kirche nach Briest sowie die Herausgabe einer neuen Broschüre gestemmt werden. Der Internetauftritt wurde neu gestaltet und die Öffnungszeiten der Kirchen waren abzusichern. Für die Puppenbühne wurden neue Mitglieder gewonnen, zudem waren neue Puppen anzufertigen. Sabine Schönfeld wurde fürs Büro auf 200-Euro-Basis eingestellt - ansonsten wäre die Arbeit nicht mehr zu schaffen.

Ein Höhepunkt im Jahr ist das Katte-Gedenken Anfang November. Im Vorjahr hatte sich dabei erstmals die Deutsche Gesellschaft mit eingebracht, sie organisierte auf Anregung von Sigrid Reumann die Beteiligung einer Schulklasse vom Gymnasium aus Tangermünde. Zur Vollversammlung wurde auch ein Heft darüber verteilt.

Büro nun auf der Empore der Briester Kirche

Weil der Ex-Vorsitzende, Pfarrer i.R. Karlheinz Stephan, aus Altersgründen verzogen war, musste dessen Pfarrhaus in Großwulkow geräumt werden - darum machte sich auch der Umzug des Büros nötig. Es kam auf der Empore der Briester Kirche unter - mit Blick auf die Bühne der Marionetten. Die Decke wurde isoliert, was sich bei den Heizkosten spürbar bemerkbar machte - sie betrugen vorher immerhin 2200 Euro.

Ungeahnte Probleme gab es, als GuM einen Telefonanschluss beantragte - die Kirche hat keine Adresse, also gibt es auch keinen Anschluss, informierte Vorsitzender Matthias Kage. Das Ordnungsamt in Schönhausen wurde angeschrieben, doch kam von dort die Antwort, dass für den Antrag der Eigentümer zuständig sei. Darum erhielt im März das Kreiskirchenamt ein Schreiben - die Antwort steht noch aus.

Weitere Probleme gibt es mit den Pauschalangeboten für die Gäste - alle Einnahmen dürfen nicht als Spenden deklariert werden, beispielsweise beim Kaffeeverkauf. Denn eine Spende beruht nicht auf einer Gegenleistung, dann sind es Einnahmen. Der ehemalige Vorsitzende sah dies anders - da die Einnahmen komplett in die Kirchen fließen, seien es doch auch alles Spenden. Im Übrigen findet er, dass mit dieser immer mehr zunehmenden Bürokratie das ehrenamtliche Engagement kaputt gemacht werde.

Auf jeden Fall werde GuM eine Spendenordnung erarbeiten, kündigte Matthias Kage an. Geplant sei zudem ein Emblem für die von GuM geförderten Kirchen, was an den Gotteshäusern angebracht werden soll. Schön wäre es auch, wenn man für die Briester Kirche eine Brennwertheizung kaufen könnte.

100000 Euro für Sanierung der Großwulkower Kirche

Doch jetzt hat der GuM erst einmal das nächste große Projekt vor Augen: die Restaurierung der Decke sowie der Ausmalungen in der Kirche Großwulkow. Über Näheres informierte der Baubeauftragte Robert Krebs aus Großwulkow. In diesem Jahr sollen die Anträge gestellt werden, im kommenden Jahr soll das 100000 Euro teure Vorhaben dann möglichst umgesetzt werden.

Auf dem Plan der Versammlung standen ferner Vorträge über die adligen Familien von Katte und von Bismarck sowie zur Symbolik in den Kirchen. Der GuM kann auf knapp hundert Unterstützer in ganz Deutschland zählen, angereist waren sie beispielsweise aus Erfurt, Lübeck und Berlin.