Die Bundesgartenschau in der Havelregion hat vielen Menschen einen Arbeitsplatz beschert. Insgesamt haben die Arbeitsagenturen und Jobcenter an den fünf Standorten über 300 Menschen in Arbeit vermittelt. Allein in Havelberg sind es 100 Frauen und Männer.

Havelberg l Im Buga-Info-Punkt auf dem Großparkplatz in der Elbstraße in Havelberg ist Marina Wienecke mit ihren Kollegen Ansprechpartnerin für die vielen Besucher. Ob Hinweise zu Sehenswürdigkeiten, Wegen, Bus- und Zugverbindungen, Herausgeben von Info-Material sowie Rollstühlen und Bollerwagen oder manchmal auch Prellbock für Beschwerden - immer freundlich steht sie den Gästen gern mit Rat und Tat zur Seite. Auch am Telefon. Die Arbeit macht ihr sehr viel Spaß.

Die gelernte Verkäuferin hatte einige Zeit ihre Mutti gepflegt. Nach längerer Arbeitslosigkeit erhielt sie dann Anfang 2012 vom Jobcenter in Havelberg über die Bürgerarbeit eine Stelle in der Touristinformation. Erfahrungen, die Marina Wienecke nicht missen möchte und die ihr für die Buga zugute kommen. Die Sachgebietsleiterin für Kultur und Tourismus in der Hansestadt Marina Heinrich sagt über sie: "Für unsere Touristinformation war Marina Wienecke ein absoluter Gewinn, geradezu ein Aushängeschild an Engagiertheit und guter Laune."

Schon in dieser Zeit absolvierte die 60-Jährige freiwillig alle von der IHK angebotenen Schulungen und Info-Veranstaltungen zur Buga, um im Anschluss an die Bürgerarbeit dort gute Chancen auf einen Arbeitsplatz zu haben. Ihr Engagement hat sich gelohnt. Seit 1. April dieses Jahres gehört sie zum Buga-Team.

"Ich habe mich ganz doll gefreut, dass es mit der Arbeit hier geklappt hat. Die ersten Wochen waren schon super. Wir haben sehr viele Gäste, die begeistert sind." Für die Zeit nach der Buga hofft Marina Wienecke, dass sie wieder Arbeit findet. "Zu Hause bleiben möchte ich noch nicht. Irgendwas findet sich immer. Ich habe auch kein Problem damit, über Land zu fahren. Und wer weiß, vielleicht bietet sich in zwei Jahren bei der IGA in Berlin was für mich."

So wie Marina Wienecke haben rund 100 Frauen und Männer zur Buga-Zeit in Havelberg Arbeit gefunden. Im Jobcenter wurde gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Ende vergangenen Jahres ein Buga-Vermittlungsbüro eingerichtet, in dem Arbeitgeber und Arbeitssuchende bedient werden. "72 Arbeitslose wurden direkt über uns vermittelt", berichtet Iris Warnstedt, Leiterin des Havelberger Jobcenters.

"Viele fühlen sich gut aufgehoben in ihrer neuen Arbeit und sind durchweg motiviert."

Ariane Müller

Manche haben auch durch Eigeninitiative einen Job gefunden. Für Caterer, Wachschutz, Gaststätten, Parkplatzbewirtschaftung, Souvenirverkauf, Gartendekorverkauf und Reinigung wurden Arbeitskräfte gesucht. Das Jobcenter Stendal unterstützte mit Infoveranstaltungen. Hier gab es eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt, die das Rathaus dafür zur Verfügung stellte. Auch Qualifizierungen wurden angeboten, wenn sie für die Festanstellungen erforderlich waren.

Insgesamt wurden an 600 Personen Vermittlungsvorschläge verschickt. Allein für den Caterer gab es 300 Einladungen. 30 Arbeitsplätze wurden geschaffen. Die Havelberger kooperierten dabei auch mit brandenburgischen Arbeitsagenturen, da allein aus der Region nicht ausreichend geeignete Kräfte vorhanden sind. "Wir kommen zum Teil an unsere Grenzen", berichtet Iris Warnstedt und hat dabei auch die über 100 AGH-Maßnahmen im Blick, die derzeit in der Elb-Havel-Region laufen.

Nach den ersten Buga-Wochen ziehen Iris Warnstedt, Petra Beck, die für die Arbeitgeberseite zuständig ist, sowie Ariane Müller eine positive Zwischenbilanz. "Viele fühlen sich gut aufgehoben in ihrer neuen Arbeit und sind durchweg motiviert. Ihr Selbstwertgefühl ist stark gestiegen", berichtet Ariane Müller. "Die Arbeitgeber haben ihr Personal gut eingearbeitet und nehmen auch mal Druck raus, im Moment läuft alles sehr gut", schätzt Petra Beck ein. Von einer großen Fluktuation ist momentan nichts zu spüren. Die wäre denkbar aufgrund der Wochenend-, Feiertags- und Schichtarbeit. "Die Bereitschaft, das Gesamtkonzept zu vertreten, ist groß. Da hat sich eine eigene Dynamik entwickelt", hat Iris Warnstedt festgestellt.

Die Buga-Jobs reichen von Vollzeit bis zur 20-Stunden-Woche. Der Caterer zum Beispiel hat sich auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter eingestellt, etwa wenn sie Nebenjobs haben. Die Kinderbetreuung an Wochenenden ist im Moment kein Thema.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Agentur, Arbeitgeberservice und Jobcenter im Buga-Büro hat sich bewährt, sagen die Frauen. Petra Beck, die sonst in Stendal arbeitet: "Die kurzen Wege machen vieles einfacher."

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