100 Jahre Fußball in Havelberg sind in diesem Jahr auch eng mit einem Projekt des FSV Havelberg verbunden, das sich "Club der Hundert" nennt. "Wenn es uns gelingen würde, die hundert Mitglieder im Jubiläumsjahr voll zu machen, dann wäre das schon allein eines der schönsten Geburtstagsgeschenke für den Verein", macht FSV-Vorsitzender Hartmut Wildermuth deutlich.

Havelberg. "Die Jugend ist unsere Zukunft." Dieser Leitsatz prägt in besonderem Maße die Arbeit beim FSV Havelberg 1911. Dass dieses Motto bei den Domstädtern nicht nur eine leere Worthülse darstellt, wird allein schon dadurch deutlich, dass der FSV von nur ganz wenigen Vereinen im Landkreis Stendal alle Jugendmannschaften im Spielbetrieb absichern kann. Noch viel herausragender ist der Fakt, dass dies in Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge sowie eines permanent anhaltenden demografischen Wandels ohne Spielgemeinschaften realisiert wird.

"Der berufs- oder studienbedingte Weggang junger Erwachsener lässt sich für uns kaum vermeiden, doch bis zu diesem Zeitpunkt setzen wir beim FSV alles daran, den Kindern und Jugendlichen in der Region Havelberg eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in Form des von uns allen geliebten Fußballsports zu bieten", erklärt der Jugendleiter des FSV, Peter Rollenhagen.

Dabei setzt der Verein die Schwerpunkte nicht nur auf die sportlichen Leistungen, sondern auch auf Dinge, wie die charakterliche Festigung, ein gemeinsames und freundschaftliches Miteinander oder die Erfahrung von besonderen Erlebnissen.

Ein solches Leitbild beinhaltet natürlich auch die permanente Überprüfung der eigenen Arbeitsabläufe, damit das Leistungsniveau auf sportlicher, aber auch auf sozialer Ebene nachhaltig verbessert werden kann. "Uns ist dabei klar, dass die inhaltliche Umsetzung solcher Leitmotive nicht von heute auf morgen möglich sein wird. Besonders in unserem ehrenamtlichen Tätigkeitsfeld sind dem guten Willen oftmals finanzielle Grenzen gesetzt, aber mit vereinten Kräften und einem gemeinsamen Ziel vor Augen sind wir der Meinung, dass wir die Qualitätsentwicklung kontinuierlich voranbringen können", stellt Hartmut Wildermuth, Vorsitzender des FSV Havelberg, fest.

Deshalb haben die FSV-Verantwortlichen nach Möglichkeiten gesucht, um die selbstgesteckten, hohen Ansprüche an qualitativer Jugendarbeit auch finanzieren zu können. So entstand 2009 das Projekt "Club der Hundert" - eine Initiative des Vereins zur Nachwuchsförderung.

Hierbei werden 100 Sponsoren gesucht, denen das Wohl und die Entwicklung der fußballspielenden Kinder und Jugendlichen in Havelberg genauso am Herzen liegt wie den vielen ehrenamtlichen Verantwortlichen im Verein. Dabei wendet sich das Projekt an Einzelpersonen, Familien oder Firmen, die mit einem Clubbeitrag in Höhe von 10 Euro monatlich oder 100 Euro jährlich die Jugendabteilung unterstützen.

Die so akquirierten Gelder werden vollständig zur Förderung und Unterstützung von Trainingsmöglichkeiten, Ausstattungen, Turnieren und sonstigen Veranstaltungen im Jugendbereich eingesetzt. Ziel ist es, die Jugend mit attraktiven Angeboten - im Rahmen der außerschulischen Freizeitgestaltung - langfristig an den Verein zu binden.

Als Gegenleistungen können die Club-Mitglieder einige Privilegien und Leistungen in Anspruch nehmen. So erscheint jedes Mitglied auf einer eigens dafür designten Clubtafel als Zeichen der Zugehörigkeit. Weiterhin bekommen alle Mitglieder eine personalisierte Sponsorencard, die zum freien Eintritt zu allen Heimveranstaltungen des FSV Havelberg berechtigt. Darüber hinaus wird auf Wunsch der Name des Sponsors auf der Vereinshomepage sowie die Verlinkung der gegebenenfalls vorhandenen Webseite des Sponsors ermöglicht.

"Eine attraktive Sache", wie eines der neuesten Mitglieder im Club der Hundert, Bernd Grunwald, findet. Der Geschäftsmann aus Havelberg entschied sich beim kürzlich stattgefundenen Sponsorenabend für die Mitgliedschaft.

Auch Gerald Friedl (Havel-Apotheke) unterstützt mit seiner Mitgliedschaft die Jugendarbeit des Vereins. "Gutes tun" in Rahmen der eigenen Möglichkeiten sieht er als selbstverständlich an.

Die Bemühungen der Havelberger Fußballer werden auch in anderen Teilen der Republik wohlwollend beobachtet. Neben Martina Umhöh und Familie Kienert (die Volksstimme berichtete) unterstützt auch Franziska Gerdel aus Hamburg die Nachwuchsförderung in der "alten Heimat". "Per Internet verfolge ich die Aktivitäten des FSV Havelberg im Bereich der Nachwuchsförderung. Der Club der Hundert bietet mir eine prima Möglichkeit, auch aus der Ferne einen kleinen Beitrag für einen guten Zweck zu leisten", begründet die Wahl-Hamburgerin ihre Entscheidung zur Mitgliedschaft.

Auch aus den eigenen Reihen unterstützen die Vereinsmitglieder die Jugendarbeit. So ist Harald Schönijahn, langjähriger Spieler der 1. Männermannschaft und heute noch aktiv in der "Altherren-Mannschaft" des Vereins, mit seiner Allianz-Generalvertretung Mitglied.

Ein Aktivposten im Nachwuchsbereich ist auch Dieter Haase. Seit Jahren engagiert er sich vorbildlich im Jugendbereich des FSV Havelberg. Für ihn ist es somit "keine Frage" gewesen, auch bei diesem Förderprojekt dabei zu sein.

"Verantwortung übernehmen und den Ehrenamtlichen einen finanziellen Rahmen bieten" sind die Motive der neuesten CDH-Mitglieder der Allianz Hauptvertretung Marko Roßnick und Uwe Texter aus Havelberg.

Den Förderern des Clubs der Hundert ist es zu verdanken, dass bereits viele Projekte in der Nachwuchsförderung 2010 umgesetzt werden konnten. Dazu zählten zum Beispiel die Auslandsfahrt der C- und der D-Jugend zum Baltic-Cup in Polen oder das Kinderfußballfest "school meets football" der Grundschulen des Altkreises Havelberg.

Mitglieder im Club der Hundert sind bisher: Bauservice Gunnar Steuer, Nico Nowak, Martina Umhöh, Jana und David Alexander Kienert, Dr. Jürgen Gennermann, Havel-Apotheke Gerald Friedl, Wolfgang Lehmann Elektroinstallation, Ursula Adermann, Allianz Generalvertretung Harald Schönijahn, Euronics Bernd Grunwald, Dieter Haase, Allianz Hauptvertretung Marko Roßnick, Allianz Hauptvertretung Uwe Texter, Franziska Gerdel, Möwing & Gerdel Haustechnik GmbH, Anke Müller.

Weitere Infos zu dem Projekt finden sich auf der Webseite http://www.fsv-havelberg.de. Die Abgabe ausgefüllter Verträge kann jederzeit per Post oder persönlich unter der FSV-Geschäftsanschrift (Fischerstraße 35, 39539 Havelberg) beziehungsweise direkt beim Jugendleiter Peter Rollenhagen (Telefon 039387/80233) erfolgen.