Stendal (cp). Über die Situation der Gewässerunterhaltung im Landkreis Stendal informierten sich die Mitglieder des Umweltausschusses während ihrer jüngsten Sitzung. Ebenso gab es Neuigkeiten zur kürzlich gegründeten regionalen Arbeitsgruppe "Vernässung". Bisher hat sie 5000 Erfassungsbögen aus dem Landkreis erfasst und an das Landesverwaltungsamt weitergeleitet.

Hans-Jörg Steingraf, Leiter des Flussbereiches Osterburg, legte Wert auf die Feststellung, dass die Vernässungsprobleme nicht durch eine vermeintlich vernachlässigte Unterhaltung der Gewässer entstanden. Der hohe Grundwasserspiegel sei ursächlich und vielerorts auch für Wasser in den Kellern verantwortlich.

Steingraf, gab Einblick in die Arbeit der Unterhaltungsverbände (UHV) im Landkreis.

Deren vordringliche Aufgabe sei es, den ordnungsgemäßen Abfluss der Gewässer zu sichern, sagte Steingraf. Dazu gehörten das Reinigen und Freihalten des Gewässerbetts, die Pflege der angrenzenden Grundstücke sowie die Unterhaltung der Anlagen, die zum Abführen des Wassers dienen. Stadtlagen hätten dabei Vorrang. Ein Thema sei auch das Freihalten des Gewässerschonstreifens. Hier gebe es jedoch teilweise Probleme mit den Landwirten, die ihre Flächen bewirtschaften.

Im Landkreis Stendal arbeiten fünf Unterhaltungsverbände: Seege/Aland, Uchte, Milde/Biese, Tanger und Trübengraben. Sie müssen jährlich Gewässerschauen durchführen, zu der örtliche Vertreter aber auch Naturschützer und die zuständige Wasserbehörde eingeladen werden. Dort erstellte Protokolle legen Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung fest. "Das Abstimmen läuft problemlos", so der Leiter des Flussbereiches Osterburg. Auch mit dem Naturschutz gebe es eine gute Zusammenarbeit. Doch die Erreichbarkeit der Gewässer führe oftmals zu Problemen und Interessenskonflikten. "2010 war ein ex- tremes Jahr", resümierte Steingraf. Der hohe Wasserspiegel ließ das Grundwasser steigen, dazu kam das Hochwasser im Januar. "Solange die Elbe hoch ist, kann das Wasser eben nicht abfließen und die Wasserstände bleiben hoch." Die Elbe sei ein Indikator für alle in sie mündenden Flüsse und Hochwasser in manchen Regionen somit durchgängig ein Problem.

Schäden minimal, aber flächendeckend

Ein weiteres Problem sei die spätere Ernte der Flächen, auf denen Mais für die Bioenergie-Gewinnung angebaut wird. Das behindere die Gewässerunterhaltung. Bestimmte Flächen seien nicht rechtzeitig erreichbar und manche Landwirte eher unkooperativ. Es gebe aber auch Beispiele für eine gute Zusammenarbeit mit gerade diesen Landwirten.

Hans-Ulrich Klante, Geschäftsführer des UHV Uchte, plädierte für den richtigten Umgang mit der Natur: "Wasser folgt physikalischen Gesetzen, da kann der Mensch nichts machen. Das wird immer so sein. Keine Gewalt oder Politik wird das Wasser stoppen", so Klante. Man müsse ein Management aufbauen, das sich mehr nach diesen natürlichen Abläufen richtet.

Die Altmark habe im Landtag eine eher kleine Lobby. Probleme würden oft überhört, da andere Kreise sie nicht hätten. Die Schäden im Landkreis seien zwar minimal, aber flächendeckend. Die Wasserrückhaltung durch Stauanlagen sei ebenso wichtig wie das Abführen des Wassers, waren sich die Ausschussmitglieder einig.