Havelberg. Ostern mit Pferden, Kamelen, Ziegen, Schafen und Kaninchen haben Bewohner des Kinder- und Jugenddorfes (KJD) Sigrön erlebt. Die Kinder und Jugendlichen waren mit ihren Erzieherinnen von Donnerstag bis Montag auf dem Reiterhof in Wulkau zu Gast und verbrachten dort erlebnisreiche Tage. Die kleine Evi war mit ihren acht Monaten das jüngste Kind in der Gruppe. Gemeinsam mit ihrer 17-jährigen Mami lebt sie in Sigrön. Die drei- und fünfjährigen Joel und Justin hatten ebenfalls ihre Mama mit dabei. Sie besuchte über Ostern ihre Kinder. Nikolas (7), Maurice (8), Bianca und Janett (beide 14) und Laurin (17) waren ebenfalls mit dabei.

Sie alle leben aus verschiedenen Gründen in dem Kinder- und Jugenddorf, das jungen Menschen mit unterschiedlichen Auffälligkeiten in Wohngruppen Hilfe bietet. Zwei Kinder sind in der Prignitz zu Hause, die anderen kommen aus Oberhausen, berichtet Erzieherin Marina Hasstedt. Gegenüber den anderen Kindern und Jugendlichen, die zu den Feiertagen nach Hause zu ihren Familien fahren durften, blieben sie im Heim.

Damit für sie Ostern zu einem schönen Fest wird, fuhren die Erzieherinnen mit den Kindern, die aus verschiedenen Wohngruppen kommen, nach Wulkau. Bärbel Schröder und Marina Hasstedt übernahmen die ersten Tage der Betreuung. Martina Sasse und Mandy Zierke lösten sie ab.

"Die Kinder sind total begeistert", berichtete Marina Hasstedt am Karfreitag nach den ersten Stunden auf dem Reiterhof. Da waren die Gäste schon auf Ponys geritten, hatten alle Tiere in Augenschein genommen und waren gerade dabei, Pferde und Ponys mit Farbe zu bemalen. Lama-Taufe, Kremserfahrt, Kamelreiten, Eier bemalen, Ostereiersuche, Tiere füttern, Pferde striegeln, Grillen, Volleyball, Trampolinspringen und anderes mehr standen bis gestern auf dem Programm. Mit Tieren zu arbeiten, ist für die Kinder sehr schön und wichtig. Das Team vom Reiterhof um Heike Trauter kümmerte sich liebevoll um die Gäste, zu denen neben den Sigrönern noch Ferienkinder gehörten.

Die Kinderstuben der Tiere waren für die Kinder und Jugendlichen besonders interessant. Neben einem weißen Kamelbaby gibt es zwei weitere kleine Kamele sowie Nachwuchs bei den Ziegen, Pferden, Gänsen und Kaninchen, erzählt Heike Trauter.

Frische Landluft, die Beschäftigung mit den Tieren und sportliche Aktivitäten sorgten dafür, dass die Kinder lange geschlafen haben. "Das kennen wir sonst gar nicht", so Marina Hasstedt. "Die Leute hier sind sehr engagiert, lesen uns jeden Wunsch von den Lippen ab", lobt sie. Solch eine Tour machten die Sigröner zum ersten Mal. Gern würden sie das wiederholen, berichtet die Havelbergerin. Gesprochen hat sie mit Heike Trauter auch schon über einen schwierigen Jungen aus dem Heim, für den sie durch die Arbeit mit Tieren Hilfe erwartet. Er wird zunächst einmal für ein Wochenende auf dem Reiterhof zu Gast sein und dann vielleicht auch mal für mehrere Tage.

Nikolas hat das Reiten am meisten Spaß gemacht. Pony Susi hatte es dem Siebenjährigen angetan. "Dass man die Pferde anmalen darf", fand Maurice toll. Mit Deutschlandfahne, einem Wassertropfen, einer Krone und Sonne verzierte er das Fell von Hannih, Susi und Co. Dass sie zu Ostern nicht nach Hause zu ihren Familien durften, stand für die Kinder nicht mehr im Vordergrund, von Traurigkeit gab\'s bei herrlichem Sonnenschein und viel Abwechslung keine Spur.