Für ihren schönsten Tag in ihrem Leben suchen Brautpaare oft besondere Stätten, in denen sie den Bund der Ehe schließen können. In Havelberg ist die Sankt-Annen-Kapelle ein beliebter Ort zum Heiraten. Sie könnte bald Konkurrenz bekommen.

Von Andrea Schröder

Havelberg. Auf einem Schiff zu heiraten, soll künftig in Havelberg möglich sein. Die Idee gibt es schon länger. Mit ihrem Wassercabrio PonTom hat die Kiebitzberg Gruppe dafür ein geeignetes Schiff ins Rennen gebracht. In Verbindung mit dem neu entstehenden Art-Hotel wäre das eine tolle Sache, findet Hoteldirektor Jens Vogt.

Von der Idee der Hochzeit auf dem Schiff sind auch die beiden Havelberger Standesbeamtinnen Angela Schneider und Steffi Hülse begeistert. Am Montag trafen sie sich mit Brigitte Hillbring von der Aufsichtsbehörde des Landkreises und der Sachgebietsleiterin im Kreisordnungsamt Claudia Laage, um rechtliche Dinge abzusprechen.

Auf dem PonTom zeigte Jens Vogt den Frauen, wie das Schiff für eine Eheschließung hergerichtet werden würde. Die Bänke kämen dafür raus, stattdessen würden Stühle hingestellt. Vor dem Führerhaus würde der Tisch stehen, an dem Standesbeamtin und das Brautpaar Platz nehmen.

Elf Personen inklusive Schiffsführer dürfen auf den PonTom, das heißt die Hochzeitsgesellschaft auf dem Schiff ist eher klein. Doch könnte das Hausboot, wenn gewünscht, in Ufernähe liegen, sodass weitere Gäste die Zeremonie von dort aus verfolgen können. Das Schiff kann aber auch ganz idyllisch zum Beispiel an der sogenannten Ziegeninsel anlegen und das Brautpaar wird nach der Eheschließung von seinen Gästen andernorts am Ufer empfangen, stellt sich Detlef Vogt Möglichkeiten für eine romantische Hochzeit vor.

Von Seiten des Ordnungsamtes des Landkreises gibt es keine Einwände. Brigitte Hillbring gab einige rechtliche Hinweise, die es zu beachten gilt. Zum Beispiel, dass das Schiff sich innerhalb des Standesamtsbezirkes aufhalten muss, also die Grenzen der Einheitsgemeinde nicht verlassen darf.

Eine Möglichkeit, auf dem Wasser zu heiraten, gibt es bisher im Landkreis nicht. Alte Gutshäuser und Schlösser wie Calberwisch und Büttnershof, die Sankt-Annen-Kapelle in Havelberg oder das frühere Gärtnerhaus des Bismarck-Schlosses in Schönhausen sind beliebte Nebenstellen von Standesämtern, wo Paare gern den Bund der Ehe schließen. Doch ein Schiff als Nebenstelle eines Standesamtes ist neu. Insgesamt gibt es neun Standesämter im Landkreis Stendal und 13 Nebenstellen, sagte Brigitte Hillbring im Gespräch mit der Volksstimme.

Die Stadt befürwortet die Möglichkeit der Eheschließung auf dem Schiff, sagte gestern auch Hauptamtsleiter Hannes Warnstedt auf Nachfrage. Mit der Kiebitzberg Gruppe muss eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen werden. Für die neue Internetpräsentation der Stadt ist auch eine Seite unter dem Titel "Heiraten in Havelberg" geplant mit Fotos von den dann drei möglichen Orten für Eheschließungen: das Rathaus der Hansestadt, die Sankt-Annen-Kapelle und das Wassercabrio PonTom.