Havelberg (as). Besonders im Frühjahr, wenn die Urlaubssaison in Gang kommt, waren in den vergangenen Jahren immer wieder viele Gäste vor der Havelberger Stadtkirche zu sehen. Radtouristen aber auch andere Besucher der Stadt freuten sich, einen Blick in das altehrwürdige Gotteshaus werfen zu können. In diesem Jahr stehen Einheimische und Gäste jedoch vor verschlossener Tür.

Die evangelische Kirchengemeinde, die zuvor auf Ein-Euro-Kräfte zurückgreifen konnte, hat kein Personal, das eine regelmäßige Öffnungszeit absichern könnte, sagte Pfarrer Thomas Krispin auf Volksstimme-Nachfrage.

Etliche Leser hatten sich in den vergangenen Tagen an die Redaktion mit der Frage gewandt, warum die Kirche geschlossen ist. Auch Gastwirt Parminder Singh, der gegenüber der Kirche sein Restaurant betreibt, weiß von vielen Leuten, die bedauern, nicht in die Kirche zu kommen. "Täglich kommen Gäste und fragen, warum die Kirche geschlossen ist."

Die Kirchgemeinde hat in diesem Jahr zwar fünf Bürgerarbeiter bekommen, doch werden sie benötigt, um den Dom im Schichtbetrieb montags bis sonntags von 9 bis 19 Uhr offen halten zu können, erklärt der Pfarrer. Nötig wären sogar sechs Leute, denn die Bürgerarbeiter haben eine 30-Stunden-Woche. Für November sind weitere drei Stellen aus dem Projekt Bürgerarbeit für die Kirche geplant. Dann wäre auch Personal für die Stadtkirche da. Doch ist das für die Urlaubssaison zu spät.

"Wir könnten mehr Leute gebrauchen, um auch die Stadtkirche regelmäßig öffnen zu können. Der Bedarf ist da, das hat sich in der Vergangenheit gezeigt", so Thomas Krispin. Vier Leute hatten bisher die Stadtkirche offen gehalten und Besucher betreut.