Klötze l Eigentlich sieht die Statistik richtig gut aus: Von Januar bis einschließlich Oktober 2013 wurden in den Hotels und Pensionen der Stadt Klötze 8018 Übernachtungen gezählt. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2012 waren es 7248.

Knapp 3600 Personen suchten ein Bett in Klötze

Unter dem Strich macht das ein Plus von 29,7 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Jahres 2012. Nachzulesen sind die Zahlen in den Berichten des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt zum Thema Tourismus.

Auch über die Zahl der Ankünfte von Auswärtigen, die in einem der örtlichen Beherbergungsbetriebe eincheckten, liefern die Statistiken Informationen. Demnach kamen bis Oktober 2013 schon 3594 Personen nach Klötze. Das sind rund 36 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Doch daraus lässt sich nicht automatisch schlussfolgern, dass besonders viele Touristen nach Klötze und in die Umgebung gekommen sind. Denn meistens werden an den Rezeptionen Gäste begrüßt, die beruflich in der Gegend zu tun haben. "Etwa 95 Prozent unserer Gäste kommen, weil sie für eine bestimmte Zeit in Klötze arbeiten. Die restlichen fünf Prozent machen Touristen aus", erklärt Stefan Rönnefahrt. Der Inhaber des Gästehauses Karin bietet 28 Zimmer an. Häufig seien es Handwerker, Monteure oder Bauarbeiter, manchmal aber auch Vertreter, die bei Rönnefahrt einchecken würden. Wenige bleiben für eine Nacht, manche teilweise für einige Wochen oder Monate. "Es gibt Lehrlinge, die sich über Jahre einmieten", so Stefan Rönnefahrt.

Beruflich Reisende bleiben länger und sind kalkulierbarer

Im Jahr 2013 hat der Hotelinhaber einen Anstieg der Übernachtungen bemerkt, wie er sagt und ergänzt: "Letztes Jahr hatten wir ein gut gefülltes Haus. Die Frequentierung war gut." Konkrete Zahlen nennt er nicht. "Gäste, die aus beruflichen Gründen kommen, nehme ich ganz gerne auf. Sie bleiben meist länger als Tagestouristen und ich kann besser die Zimmerbelegung kalkulieren", sagt Stefan Rönnefahrt. Das spare Arbeit. Auch deshalb, weil die Zimmer nicht täglich neu hergerichtet werden müssen.

Im Hotel Braunschweiger Hof sei man ebenfalls auf Übernachtungsgäste angewiesen, die aus beruflichen Gründen nach Klötze reisen. Diese Klientel mache das Hauptgeschäft des Hotels aus, heißt es auf Nachfrage der Volksstimme. Vom Monteur über Vertreter bis hin zum Geschäftsführer würden sich regelmäßig unterschiedliche Gruppen eines der 14 Zimmer mieten. Der genaue Beruf werde beim Empfang allerdings nicht erfragt und sei nur bei häufig wiederkehrenden Gästen bekannt. Die Verweildauer betrage oft zwischen zwei bis drei Tage, manchmal auch eine Woche. Nach dem Jahr 2013 befragt, heißt es vom Braunschweiger Hof, dass es schon gut losgegangen sei.

Häufig ausgebucht sind die Zimmer im Landhaus Birkenmoor in Neuferchau, berichtet Manager Konrad Kluge. "Ein starres Klientel haben wir nicht. Geschäftsreisende machen aber schon einen großen Anteil aus", so Kluge. Nachgefragt, warum die Gäste in die Gegend reisen, werde auch an der Rezeption in Neuferchau nicht. In der Regel seien die 20 Betten etwa zwei bis drei Tage von einem Gast belegt.

Dieser Wert entspricht dem statistischen Durchschnitt: Denn laut Bericht blieb jeder Gast im Jahr 2013 etwa 2,2 Tage in Klötze.