Die Osterfeuer gehören mit zum gesetzlich verankerten Brauchtum. Das gilt für die Menschen in der Einheitsgemeinde Klötze wie andernorts. Doch es sind immer wieder Umweltsünder, die diese Brauchtumsfeuer durch rücksichtslose Entsorgung von Müll in Gefahr bringen.

Klötze l Die derzeit stetig mit Buschwerk und ausgedienten Weihnachtsbäumen anwachsenden Osterfeuerplätze scheinen mancherorts die Umweltfrevler magisch anzuziehen. Um ihre Fracht loszuwerden, scheuen sie zumeist das Tageslicht, nähern sich den Lagerplätzen mit ihren Fahrzeugen im Dunkeln ohne Licht und sind nach der Unratentsorgung wie die besagte Katzen in der Nacht verschwunden. Wird jemand dabei erwischt, drohen empfindliche Bußgelder.

Einer, der sich maßlos über das Vermüllen der Plätze ärgert, und jeden dieser rücksichtslosen Entsorger am Schlafittchen packen würde, ist der Ristedter Ortsbrandmeister Andreas Gerke. Die Feuerwehrkameraden aus Ristedt und Neu Ristedt organisieren das Osterfeuer alljährlich mit, fühlen sich mit verantwortlich, obwohl der Platz sich auf privatem Grund befindet. Gerke berichtet, dass seine Kameraden kurz vor der Jahreshauptversammlung der Wehr (Volksstimme berichtete) im Haufen einen Kühlschrank entdeckt haben. Nicht nur das Elektrogerät wurde entsorgt. Beim Durchsuchen des Haufens kamen Autoreifen, Plastikplanen und Kunststoff-eimer zum Vorschein. Mittlerweise ist der Haufen wieder das, was er sein soll. "Und wir haben jetzt ein Auge darauf", versichert Gerke. Der Grundstückseigentümer zieht nun eine weitere Schutzmaßnahme in Erwägung. Er beabsichtigt, das Areal einzuzäunen. Denn für die Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen ist in jedem Fall derjenige verantwortlich, dem die Genehmigung zum Abbrennen des Osterfeuers erteilt wurde.

Dieser Weg der Eigensicherung findet in Kunrau für den privaten Osterfeuerplatz Anwendung. Das Areal für das Brauchtumsfeuer liegt in einem umzäunten Bereich. Wer den Betreten möchte, der muss sich melden und anzeigen, was er dort abladen möchte.

Dass ein Warnschild allein nicht unbedingt ausreicht, das zeigt sich in Kusey. Am dem Ort abgewandten Ende des Platzes wurden Dämmplatten, wie sie im Bauhandwerk verwandt werden, ins Buschwerk abgeladen.

Es gibt aber auch Osterfeuerplätze, die tatsächlich nur aus Buschwerk bestehen. Solch ein Platz ist in Neuferchau zu finden. Und nicht nur dort wird ein "sauberes" Osterfeuer auflodern, weiß man im Klötzer Rathaus. In diesen Tagen sind zudem Mitarbeiter vom Wirtschaftshof immer wieder mal unterwegs und nehmen die Plätze in Augenschein.

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