Klötze l Es hört sich wie eine Hymne auf Klötze an, was der neue Eigentümer des ehemaligen Klötzer Amtsgerichts an der Breiten Straße als Grund für den Kauf angibt. Christian Hundertmark, Inhaber und Geschäftsführer von Elektro-Anlagen Klötze, meint: "Die Architektur ist schön, das Haus hat Flair und eine gesunde Struktur. Es ist erhaltenswert für Klötze und mich. Nicht immer müssen geschäftliche Interessen im Vordergrund eines Kaufes stehen."

Das ist derzeit der aktuelle Stand zur fast unendlichen Geschichte der immer noch prachtvollen, jedoch sanierungsbedürftigen Immobilie. Mehr will der Unternehmer derzeit nicht preisgeben, wie er im Gespräch mit der Volksstimme betont. "Ich habe mir wirklich noch keinen Kopf über einen Ausbau zu einem bestimmten Ziel gemacht, vielleicht etwas Soziales", heißt es von Hundertmark. Nach seinen Auskünften folgen in nächster Zeit Gespräche mit der Stadt, dem Denkmalschutz und mit all denen, die für den Aus- und Umbau ein Wort mitzureden haben.

Die Vorgeschichte: Die Liegenschaft an der Breiten Straße 57 und 58 in Klötze ist vor einer Woche bei der Frühjahrsauktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG für das Mindestgebot in Höhe von 25000 Euro in Berlin versteigert worden. Es gab nur einen Bieter. Mit dem Bau des Gebäudes wurde 1906 begonnen. Im Januar 1908 zog das Königliche Amtsgericht dort ein. Im Jahr 1943 verurteilte ein NS-Tribunal dort einen Hühnerdieb aus Wernstedt zum Tode. Im Juni 1945 wurde das Gebäude zum Sitz der sowjetischen Kommandantur. Zeitweise waren in den Gemäuern auch das Arbeitsamt, die Sparkasse und die Neuapostolische Kirchengemeinde untergebracht. Von 1952 bis 1990 wurden die Räumlichkeiten vom Kreisamt der Volkspolizei genutzt. Seit 1994 steht die Immobilie unter Denkmalschutz. Lange suchte das Land Sachsen-Anhalt vergeblich nach einem Käufer.