Die Saison im Apenburger Waldbad kann langsam kommen. Am Dienstagnachmittag startete der Förderverein den dritten großen Arbeitseinsatz, am Abend einigte sich der Gemeinderat auf die neuen Öffnungszeiten und Eintrittspreise.

Apenburg l Das Apenburger Waldbad, das eineinhalb Jahre im Dornröschenschlaf lag und akut von der endgültigen Schließung bedroht war, erwacht langsam zu neuem Leben. Auch wenn der Sprungturm noch eingerüstet ist und auf neue Farbe wartet, das Becken noch ohne Wasser ist: Das gesamte Gelände bietet dank des tatkräftigen Einsatzes vieler Apenburger inzwischen wieder einen gepflegten Anblick.

Und die Waldbad-Freunde geben keine Ruhe. Den ganzen Dienstag über wurde auf dem Gelände gewerkelt. Freiwillige Helfer strichen Zäune, harkten Laub und kümmerten sich um das Becken. Mit schwerer Technik, die aus Salzwedel und von Apenburger Baubetrieben zur Verfügung gestellt wurde, wurden dort lose Betonbrocken entfernt. "Besonders auf der mittleren Schwimmbahn sah es schlimm aus", berichtete Fördervereins-Vorsitzender Jürgen Ulrich. Die schadhaften Stellen wurden neu verputzt, so dass das gesamte Becken demnächst mit frischer Farbe versehen werden kann. "Das machen wir, sobald das Wetter trocken ist", kündigte Ulrich an. Die Farbe komme nach Ostern, dann könne auch der Sprungturm gestrichen werden.

Josten: "Die Bürger haben sich ins Zeug gelegt und richtig was bewegt."

Auch mit Entrümpelungsarbeiten waren die Helfer am Dienstag beschäftigt. Das meiste landet im Sperrmüll, einiges muss aber auch als Sondermüll entsorgt werden. Diese Aufgabe hat ebenfalls ein ortsansässiges Bauunternehmen kostenlos übernommen.

Die Roste der Überlaufrinnen für das Wasser wurden gescheuert und Gras auf die versandeten Flächen der Liegewiese ausgesät. Zudem gibt es erste Überlegungen, wie das Bad für Kinder noch attraktiver gemacht werden kann. Etwa durch zusätzliche Spielgeräte und einen Sandkasten. "Platz haben wir genug", meinte Jürgen Ulrich.

Das Engagement der Apenburger für ihr Bad erntete unterdessen im Gemeinderat höchste Anerkennung. "Die Bürger haben sich voll ins Zeug gelegt und richtig was bewegt. Und das war keine Eintagsfliege, sondern die Leute sind bei der Stange geblieben", lobte Bürgermeister Harald Josten am Dienstagabend während der Sitzung in Altensalzwedel. Der Saalfelder Detlef Jürges sprach von einer Aufbruchsstimmung und Ratsherr Eberhard Dierks, der selbst im Fördervereins-Vorstand mitarbeitet, würdigte, dass sich die Einstellung der Apenburger zu ihrem Bad geändert habe.

Bei schönen Worten blieb es nicht. Der Rat zurrte am Dienstag auch die Rahmenbedingungen für das Waldbad fest. 50000 Euro wurden wie versprochen als fester Zuschuss im Haushalt verankert. Die Summe orientiert sich an den Zahlen der letzten drei Öffnungsjahre, in denen 60000 Euro Ausgaben Einnahmen von 10000 Euro gegenüberstanden. Doch die Gemeinde ist guter Hoffnung, dass das Defizit in diesem Jahr bedeutend geringer ausfällt. Denn die Personalkosten - bisher der größte Brocken - werden bedeutend geringer sein. Ein ausgebildeter Schwimmmeister, der vor einigen Jahren schon einmal im Waldbad mitgearbeitet hat, will die Verantwortung in dieser Saison übernehmen und kann nach Aussagen des Bürgermeisters auf die Hilfe von mehreren Rettungsschwimmern zurückgreifen, die ihn zeitweise unterstützen. "Das Gute ist: Er kennt sich auch mit der Wartung und Pflege der technischen Anlagen aus und hat die offizielle Befähigung, diese regelmäßig zu prüfen. Da würden wir auch wieder Geld sparen", so Harald Josten.

Frühschwimmen nur für Fördervereins-Mitglieder und auf eigene Gefahr

Diskutiert wurden am Dienstag auch die zukünftigen Eintrittspreise. Diese sollen auf dem gleichen Niveau bleiben wie bisher (siehe Infokasten). Mit einer Ausnahme: Die Saisonkarte für Familien verbilligt sich von 70 auf 60 Euro.

Und auch die Öffnungszeiten stehen fest. Künftig können Badelustige in der Saison täglich bis 20 Uhr ins Wasser springen. Ist das Wetter schlecht und kaum jemand im Bad, kann die Einrichtung aber bei Bedarf auch schon früher geschlossen werden. Und auch wenn das Waldbad erst um 11 beziehungsweise 15 Uhr öffnet, auf das beliebte Frühschwimmen braucht niemand verzichten. Einzige Voraussetzung: Mitgliedschaft im Förderverein und eine Unterschrift als Bestätigung, dass das Bad auf eigene Gefahr benutzt wird.

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