Das Klötzer Wasserwerk im Köbbelitzer Weg ist in die Jahre gekommen. Es funktioniert zwar noch immer tadellos. Doch von moderner Technik kann bei dem wichtigen Filtersystem keine Rede mehr sein. Inzwischen haben Firmen mit der Modernisierung begonnen.

Klötze. Gebaut wurde das Klötzer Wasserwerk in den 1960er Jahren, seither ist an der Technologie dort kaum etwas verändert worden: Armaturen müssen auch im Computerzeitalter noch von Hand betätigt werden, Störmeldungen landen nicht automatisch auf dem Tisch der diensthabenden Wasserverbands- mitarbeiter. Das Ziel von Geschäftsführerin Birgit Tüngler und ihren Mitarbeitern ist es deshalb jetzt, alle Abläufe in dem Wasserwerk zu automatisieren.

"Alle Armaturen und Einrichtungen sollen automatisch laufen", erläuterte die Geschäftsführerin im Volksstimme-Gespräch. "Dafür müssen Steuerungen und Regelungen eingebaut werden." Auch die etwa einmal wöchentlich fällige Rückspülung der vier Filterkessel soll künftig automatisch aktiviert werden, wenn es erforderlich ist. Dafür werden die Widerstände beim Filtern des Wassers gemessen. Ist ein bestimmter Widerstand erreicht, schaltet sich die Rückspülung ein und reinigt die Filter von Rückständen.

Die Schwierigkeit bei der Modernisierung: Alle Arbeiten müssen bei laufendem Betrieb erfolgen, da die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser nicht unterbrochen werden soll.

Bisher sind die alten Rohrleitungen so weit wie möglich demontiert worden. Zwei der mit Kies gefüllten Filterkessel sind vom Netz abgekoppelt, zwei arbeiten weiter. Sind die "abgenabelten" Kessel umgerüstet, wird getauscht und die übrigen beiden Behälter werden modernisiert.

Ursprünglich stand die Frage, ob die vier Kessel aus Altersgründen ausgetauscht werden müssen. "Wir haben die Anlage vorher überprüfen lassen", berichtete Birgit Tüngler. "Der TÜV bescheinigte ihnen einen guten Zustand." Nur frische Farbe kommt noch drauf. So konnte der Verband viel Geld sparen, weil auch umfangreiche Bauarbeiten damit wegfallen.

Zudem hat der Verband auf eine so genannte Funktionsausschreibung zurückgegriffen. Das heißt: "Wir haben die Rekonstruktionsarbeiten ausgeschrieben, der Technikanbieter musste seine Ideen mit einbringen", erläuterte Birgit Tüngler.

Dennoch sind für die Modernisierung insgesamt rund 660 000 Euro veranschlagt. Die Arbeiten für die bauliche Instandhaltung werden derzeit ausgeschrieben. Mitarbeiter des Verbandes erledigen die erforderlichen Vorbereitungen selbst und schaffen Baufreiheit. Mit dem Abschluss der Arbeiten im Wasserwerk rechnet die Geschäftsführerin für Juni oder Juli.