Apenburg l 750 Jahre Apenburg - dieses Motto begleitet die Einwohner des Fleckens schon das ganze Jahr. Am Freitagabend kamen viele von ihnen in den Lindenhof-Saal, um im Rahmen einer Festveranstaltung an die erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes 1264 zu erinnern. Mit dabei: viele alte und neue Ratsmitglieder, Bürgermeister Harald Josten und Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann.

Gespannt waren die Anwesenden vor allem auf den Vortrag zur Geschichte Apenburgs, den Günter Schröder mit zahlreichen Bildern umrahmte. So rief er längst in Vergessenheit geratene Betriebe wie die Stärkefabrik, die Filiale des Altmärkischen Kornhauses, die Abdeckerei, die Molkerei und das Kalksandsteinwerk in Erinnerung. Erfreute Reaktionen aus dem Publikum gab es immer dann, wenn auf historischen Aufnahmen bekannte Personen aus dem Ort zu sehen waren. Etwa die berühmte "Bahnhofs-Edith", Schuster Otto Reek oder Herta Dörrheit, die am 10. März 1991 die letzten Fahrkarten im Apenburger Bahnhof verkaufte. Damit war die Eisenbahn, die den Ort seit der Eröffnung der Strecke nach Kalbe und Beetzendorf 1899 mit der großen weiten Welt verband und den Betrieben den Absatz ihrer Waren erleichterte, Geschichte.

Schröder ließ in seinem Vortrag keinen Zweifel daran, dass Apenburg höchstwahrscheinlich sehr viel älter als die nachgewiesenen 750 Jahre ist. "Doch für den Beweis fehlen uns ältere Urkunden", meinte er. Allerdings hätten die Jungen Archäologen der Altmark an der Stelle, wo die alte Siedlung Apenburg gestanden haben soll, bei Flurbegehungen Scherbenfunde gemacht, die teilweise auf das 9. Jahrhundert datieren. Sogar eine Schmucknadel aus der Römerzeit sei im Boden entdeckt worden.

Auch das Geschlecht derer von Apenburg, die 926 in die Mark Brandenburg gekommen sind und sich an der Stelle des heutigen Ortes niedergelassen haben, deutet auf eine Existenz des gleichnamigen Dorfes bereits zu jener Zeit hin. "Denn sie nahmen immer den Namen des jeweiligen Ortes an, also muss es Apenburg da schon gegeben haben", ist sich Günter Schröder sicher. Um 1320 zog es die Apenburgs dann an die Ostsee, auf die Halbinsel Wollin, wo bis 1945 noch ein Gut Apenburg existierte.

1264 taucht Apenburg dann erstmals in einer Urkunde auf. Darin geht es um einen Vertrag zwischen dem Bischof von Verden und dem Markgrafen von Brandenburg über das Dörfchen Hohenhenningen, "das in der Mark nahe Apenburg liegt". Der Ort sollte als Kompensation für das 1260 an Verden abgetretene Visselhövede an Brandenburg fallen. "Und dass die Urkunde ausdrücklich Apenburg als Bezugspunkt erwähnt, zeigt, dass dieses zum damaligen Zeitpunkt schon eine bedeutende Stadt gewesen sein muss", erklärte Günter Schröder.

Die Umstände der erstmaligen Erwähnung Apenburgs können Einwohner und Gäste übrigens am 13. Juli noch einmal nachverfolgen. Dann werden im zweiten Teil der Jubiläumsveranstaltung in der Alten Burg historische Spielszenen jener Zeit aufgeführt. Einige der Mitwirkenden präsentierten bereits am Freitagabend ihre historischen Kostüme.

Schröder ging auch auf den Stadtbrand von 1343 ein, in dessen Folge der alte Ort vernichtet und an anderer Stelle wiederaufgebaut wurde, und auf die Bedeutung der Adelsfamilie von der Schulenburg, die Apenburg 1349 als Lehen bekam und den Ort jahrhundertelang prägte. "Apenburg war ein wichtiger Verwaltungsschwerpunkt der Schulenburgischen Güter, hier war auch der Sitz des Gesamtrichters", wusste der Hobby-Historiker zu berichten.