Der Dönitzer Heimatverein hat das frühere Trafohäuschen zu einem Glockenturm umgebaut und setzt sich für das kulturelle Leben im Ort ein. Am Sonnabend wurde das zehnjährige Bestehen des Vereins gefeiert.

Dönitz l Seit einigen Jahren wird in Dönitz jeden Sonnabend um 18 Uhr der Feierabend eingeläutet. Als Frank Scheer an diesem Wochenende die Glocke im ehemaligen Transformatorenhaus zum Klingen brachte, hatte das noch einen weiteren Grund. So wurden damit die Mitglieder, Helfer und Förderer des örtlichen Heimatvereins zur Feier anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins gerufen.

Ausschlaggebend für die Gründung des Heimatvereins war die Außerbetriebnahme des Transformatorenhauses durch den Energieversorger gewesen, erinnerte Vereinsvorsitzender Lars-Hendrik Heseler. "Der Abriss oder eine andere Verwendung des Turmes standen zur Diskussion. Wir plädierten für den Umbau zu einem Glockenturm", sagte Heseler. Der damalige Gemeinderat war dafür. Doch es gab auch so manchen Skeptiker.

Mit den ersten Arbeiten wurden die Zweifler aber weniger, und immer mehr Einwohner unterstützten den Verein mit Arbeitsleistungen beim Umbau des Turms oder mit finanziellen Zuwendungen. "Schon bald zogen alle an einem Strang", entsann sich der Vereinsvorsitzende. Nach einigen Jahren konnte 2009 die Einweihung des Glockenturms gefeiert werden.

Doch die Arbeit war damit nicht beendet. Der Heimatverein begann, das neben dem Turm stehende und rund 150 Jahre alte Spritzenhaus zu restaurieren, in dem die Technik für ein elektrisches Läutewerk installiert werden soll.

"Auf Wunsch wird auch bei Beerdigungen geläutet."

Rainer Kuphahl

Auch an dem Gebäude haben Dönitzer bereits Hand angelegt. Uwe Mertens flexte die Fugen des Mauerwerks aus, Rüdiger Kufahl zog den Giebel neu hoch, Christian Heweker führte Tischlerarbeiten aus, und der Neu-Dönitzer Stefan Rickel deckte das Dach neu. Noch sind einige Innenarbeiten notwendig, bevor die Steuertechnik für das Läutewerk eingebaut werden kann, erklärte Heseler.

Wenn auch diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird der Heimatverein bestehen bleiben, denn inzwischen hat er sich neben der Feuerwehr zum Kulturträger im Ort entwickelt. "Der Verein will das gesellschaftliche Leben im Dorf mit beleben", betonte Rainer Kuphahl, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins. Dazu gehört, dass zum Jahreswechsel unter Beteiligung von Einwohnern des neue Jahr eingeläutet wird, und auch das Weihnachtsbaumverbrennen im Januar ist von den Dönitzern gut angenommen worden, weiß Kuphahl.

Der Heimatverein unterstützt auch die Feuerwehr beim Holen und Aufstellen des Maibaums. Und zu Heiligabend wird um 16 Uhr das Weihnachtsfest eingeläutet, nannte der zweite Vorsitzende die wichtigsten Aktivitäten des Vereins. "Auf Wunsch wird auch bei Beerdigungen die Glocke geläutet, was von den Dönitzern immer häufiger gewünscht wird."

Weitere Aktivitäten wird der Verein sicher noch in Angriff nehmen. Doch am Sonnabendabend wurde erst einmal das zehnjährige Bestehen im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert.