Es ist Streit zwischen Bewohnern eines Klötzer Wohnblocks An der Wasserfahrt entbrannt, die das Füttern von umherstreunenden Katzen befürworten und solchen Mietern, die gar nichts davon halten. Noch mahnt die Wohnungsbaugesellschaft Klötze nur, das Füttern zu unterlassen.

Klötze l Ein offizielles Schreiben des Geschäftsführers der Wohnungsbaugesellschaft Klötze (Wobau), Jens Passier, weist an der Eingangstür des Wohnblocks, in dem auch Brunhilde Krieg mit Ehemann und zwei stubenreinen Katzen lebt, "mit allem Nachdruck darauf hin, das Füttern von herumstreunenden Katzen in der Nähe des Wohnhauses zu unterlassen". Als Begründung führt die Wobau an, "dass es immer mehr Tiere werden", eine Geruchsbelästigung durch Markieren des Reviers und die Verunreinigung durch Katzenkot drohe. Außerdem die Gefahr einer Anhäufung von Ungeziefer an der Futterstelle bestehe.

Diese Sichtweise teilt Brunhilde Krieg eben nicht, wie sie im Gespräch mit der Volksstimme erklärt. Die Wobau-Mieterin erläutert, dass es sich bei der wohl tagsüber am Wohnblock aufhaltende Katze um Mischka, so ruft sie das schwarz-rot getigerte und zutrauliche Tier beim Füttern, handelt. Weitere wilde Katzen habe sie noch nicht bemerkt. Lediglich ihre beiden eigenen Samtpfoten lässt sie täglich nach draußen, damit sie genügend Auslauf haben. Für die Haltung von "Frieda" und "Trixie" bestehe, seit das Ehepaar Krieg die Wohnung bezogen hat, die mündliche Erlaubnis, die Tiere mit in der Wohnung leben zu lassen.

"Bislang hat mich kein Mieter darauf persönlich angesprochen."

Brunhilde Krieg

Die Katzenliebhaberin widerspricht auch, dass Katzen ihre Notdurft offen hinterlassen. Sie scharen dafür eigens eine kleine Grube im Erdreich, die sie anschließend zukratzen. Auch die Gefahr, vermehrt Ungeziefer an die Futterstelle anzulocken, sei doch wohl eher der Wunsch von Menschen, die Katzen nicht mögen. "Bislang hat mich kein Mieter persönlich darauf angesprochen", bedauert Krieg.

Die Reaktion der Wobau könne sie nachvollziehen, trotzdem will Krieg in der kommenden Woche das Gespräch mit dem Geschäftsführer suchen. Auch deshalb, weil eine Anhäufung von Katzen nicht der Realität entspreche. Es handle sich allein um Mischka und ihre beiden Tiere, schildert sie ihre Sichtweise. Wenige Minuten nach dem Gespräch, wurde Mischka von einem Mietnachbarn verscheucht. Auch die Näpfe habe der Mann entfernt, rief Brunhilde Krieg erregt die Redaktion an.

Umherstreuende Katzen füttern, das hält Jana Kersten vom Verein Allgemeiner Tierhilfsdienst in Ahlum für keine gute Lösung im Sinne des Tierschutzes. Sie gab im gestrigen Telefonat den Hinweis, die Katzen besser einzufangen und kastrieren zu lassen.