Die seit September nutzbare Bushaltestelle Kusey-Süd ist frühmorgens ein Sammelpunkt für täglich mehr als 20 Schüler und einige Erwachsene. Doch es wird immer mehr Kritik laut. Das Argument: Die Sicherheit für die zusteigenden Fahrgäste lasse zu wünschen übrig.

Kusey l Es ist Freitag kurz vor 6 Uhr, als der erste Linienbus an der Bushaltestelle Kusey-Süd stoppt. Ein wartender Fahrgast tritt aus dem Dunkel an der Haltestelle und steigt ein. Die Türen schließen, der Bus setzt seine Tour fast allein auf der Straße fort. Keine 15 Minuten später hat sich die Situation an dieser Haltestelle grundlegend geändert: Der Durchgangsverkehr hat deutlich zugenommen.

Viele Schüler nutzen täglich die dunkle Haltestelle

Fast wie ein ununterbrochenes Leuchtband passieren Autos, Kleintransporter und auch Lastkraftwagen auf beiden Seiten der Landesstraße 22 die sich gegenüberliegenden Haltestellen.

Während die Haltestelle in Fahrtrichtung Oebisfelde von einer Straßenlaterne noch beleuchtet wird, bleibt die Haltestelle auf der anderen Seite im Dunkeln. Doch warten genau dort ab 6.10 Uhr 20 Jugendliche und Dachdecker Steffen Merkel auf "ihren" Linienbus. "Dass diese Haltestelle eingerichtet worden ist, dass ist sicherlich notwendig gewesen. Eine echte Erleichterung für mich, um zur Arbeit zu gelangen", befürwortet der 28-jährige Handwerker den Busstop. "Allerdings liegt die Haltestelle in Richtung Klötze in den kalten Monaten morgens wie abends im Dunkeln. Drüben auf der anderen Straßenseite haben die Leute ja wenigstens eine Straßenlampe, die den Warteplatz beleuchtet", moniert der Dauernutzer dieser Linie.

Dass diese Haltestelle Kusey-Süd durchaus für viele Einwohner ein zeitlicher Zugewinn ist, das findet auch der Revierleiter und Regionalbereichsbeamter Michael Pleuß. Nur wie und wo diese Haltestelle angelegt wurde, das hält der berufserfahrene Polizist zumindest für verbesserungswürdig.

In Mitteilungen an seine vorgesetzte Dienststelle in Salzwedel und auch an Klötzes Bürgermeister Matthias Mann informierte Pleuß, dass die Haltestelle in Fahrtrichtung Klötze unbeleuchtet und noch dazu unter Bäumen angelegt wurde. Hinzu kommt, so der Polizist, dass die beiden gegenüberliegenden Haltestellen sich im Verlauf einer relativ schnell aufeinanderfolgenden Doppelkurve befinden. Die gesamte Problematik erhält täglich durch den Berufsverkehr zusätzliche Brisanz.

Ähnlich Kolonnen nutzen die Fahrzeuge zu den Stoßzeiten morgens wie abends die L22 durch Kusey. Und langsam wurde gestern Früh dort nicht gefahren.

Tempobegrenzung und Achtungsschild gefordert

"Wenn dann noch Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis zur Bushaltestelle ohne Haltebucht bringen, erhöht sich die Unfallgefahr deutlich", meint Pleuß. "Die haltenden Autos und die aussteigenden Kinder stellen ein Gefahrenpotenzial dar, das nur durch ein Maximum an Konzentration auf den Straßenverkehr von Kraftfahrern und Nutzern der Haltestelle gleichermaßen aufgehoben werden kann", betont Pleuß.Als erste Verbesserungen sähe Pleuß es an, wenn eine Tempobegrenzung angezeigt und das Verkehrsschild "Achtung Kinder" installiert werden müssten.

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann kennt diese Bedenken, ist jedoch erst einmal heilfroh, dass die Straßenbaubehörde ihr Einverständnis für die Haltestelle erteilt hatte. Denn die nächste Haltestelle in Kusey liegt in zwei Kilometern Entfernung, so der Bürgermeister.

Wie die Sicherheit der Bushaltestelle Kusey-Süd in Richtung Klötze künftig optimiert werden könnte, darüber wird Mann mit der Straßenbaubehörde, der Polizei, dem Ortschaftsrat Kusey und weiteren Gesprächspartnern diskutieren.