Das Grüne Band mit seinem Dreiklang aus Natur, Geschichte und Kultur soll im Altmarkkreis Salzwedel, speziell zwischen Waddekath und dem Drömling, mehr Touristen anlocken als bisher. Bei einem Forum in Kunrau wurde überlegt, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Kunrau l Fast 40 Jahre lang verlief mitten durch Deutschland ein unüberwindbares Hindernis. Was für die Menschen eine tödliche Zone darstellte, wurde für Flora und Fauna zu einem weitestgehend ungestörten Lebensraum. In diesem Umfeld fanden mindestens 1200 bedrohte Tier- und Pflanzenarten ein nahezu einzigartiges Refugium. Kurzum: Das Grüne Band ist mit 1393 Kilometer das wohl größte Biotop der Bundesrepublik. Entlang und abseits dieser Linie gibt es aber auch kulturell und historisch eine Menge zu sehen. Dieser Dreiklang aus Natur, Geschichte und Kultur bildet ein touristisches Potenzial, das künftig noch besser genutzt werden soll. Dazu fand am gestrigen Dienstag im Kunrauer Schloss ein Forum des Projektes "Erlebnis Grünes Band in der Altmark", das von Land und Bund gefördert wird, statt.

Die Theorie muss nun in die Praxis umgesetzt werden

"Der Altmarkkreis Salzwedel hat ein großes Interesse daran, das Grüne Band, das in unserem Bereich 115 Kilometer umfasst, erlebbar zu machen", betonte Landrat Michael Ziche. Gelingen soll dies insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Trägerverbund Burg Lenzen, der in einer Ausschreibung als Partner gewonnen wurde. Dieser hat bereits eine Bestandsaufnahme gemacht und vier touristische "Highlights" bestimmt. Es sind Waddekath mit den Mauerresten, Kunrau mit Schloss und Naturlehrpfad, Wendischbome und die Ohreauen sowie Böckwitz mit dem Museum und dem Grenzlehrpfad. Nun gilt es, diese Punkte miteinander zu verbinden, etwa durch die Ausweisung geeigneter Rad- und Fußwege, wie Erhard Prehm (Betriebsleiter vom Innovations- und Gründerzentrum des Altmarkkreises) darlegte. Zudem, so kündigten Susanne Gerstner und Sonja Biwer von der Burg Lenzen an, soll eine Erlebniskarte erstellt werden. In diesem Flyer sollen alle touristischen Attraktionen ansprechend dargestellt werden.

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann freute sich, dass es gelungen ist, verschiedene Akteure zusammenzubringen, zumal diese Angelegenheit nicht unbedingt eine originäre Aufgabe der Kommunen ist, sondern von jenen, die davon profitieren. Sprich: Gastronomen, Händler und Dienstleister. Matthias Mann merkte zudem an, dass es nun wichtig ist, die theoretischen Überlegungen praktisch umzusetzen. Mit Blick auf die über 40 Teilnehmer bei diesem Forum zeigte er sich auf jeden Fall froh darüber, "dass nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht. Wir sitzen alle in einem Boot".

Dieter Leupold vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) machte ebenfalls deutlich, dass nunmehr die Grundlagen geschaffen worden sind. "Jetzt müssen wir das nach außen tragen, damit Touristen kommen und eine Wertschöpfung erzielt wird. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir hier ein Angebot von überregionalem Charakter haben, mit dem wir punkten können."