Mit dem Tanz am Freitag und einem Bürgerfrühstück am Sonnabend nahmen die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Böckwitz ihren Abschluss. Dabei gab es eine außergewöhnliche Überraschung für zwei Paare aus den benachbarten Ortschaften.

Böckwitz l Als Jahrstedts Ortsbürgermeister beim Bürgerfrühstück ans Mikro ging, ahnte noch niemand im Festzelt gegenüber der Europa-Wiese, was nun kommen sollte. Bis zum Schluss hatte er es geheim gehalten, dass er nun Alwin Bock nach vorn bat.

"Sein Verdienst für das Zusammenwachsen der Menschen in Böckwitz und Zicherie ist nicht hoch genug zu würdigen", sagte Uwe Bartels über den Geehrten. Er lebe vor, was Einheit ist, organisiere gemeinsame Kegelabende und halte auch sonst den Zusammenhalt hoch. "Dafür ernenne ich Alwin Bock zum Ehrenbürger der Ortschaft Jahrstedt/Böckwitz", sagte Bartels und überreichte ihm eine Urkunde.

Blumen gab es zudem für Bocks Frau Elfriede sowie Beate und Wilhelm Meyer aus Zicherie. "Beide Paare sind seit vielen Jahren befreundet", begründete Uwe Bartels. "Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie Böckwitz und Zicherie zusammenwachsen."

18. November ist in den beiden Orten Feiertag

Bartels bedankte sich auch beim Festkomitee für die "angenehme Zusammenarbeit". Stellvertretend ehrte er dafür in Abwesenheit Birgit Bartels.

Der Ortsbürgermeister erinnerte daran, dass er den 18. November als Feiertag für Jahrstedt und Böckwitz ausgerufen habe. Seither wird alljährlich an diesem Tag mit den Nachbarn aus Niedersachsen die Grenzöffnung gefeiert.

Die niedersächsische Landtagsabgeordnete Ingrid Klopp sagte all denen Dank, "die in der DDR aufgestanden sind und mit Kerzen und Gebeten viel erreicht haben. Sie haben Weltgeschichte geschrieben." Auch sie selbst habe Wurzeln in der Altmark und heute altmärkische Enkelkinder. "Wir sollten immer wieder daran erinnern, wie es in der DDR war und wie die Situation der Menschen heute ist", betonte Ingrid Klopp und erzählte eine Episode aus ihrer Kindheit: Mit ihrer Mutter besuchte sie Salzwedel und sah auf einem Bild einen Mann mit einem spitzen Bart. Daraufhin fragte sie ihre Mutter, ob das der Teufel sei. "Meine Mutter nahm mich an die Hand und verließ ganz schnell mit mir den Bahnhof", sagte Ingrid Klopp und spannte den Bogen in das Heute: "Wir sollten immer vor Augen haben, welche Zukunft in Freiheit vor uns liegt", hob sie hervor. "Damit sich so etwas wie in der DDR nicht wiederholt." Wichtig sei jetzt die Zusammenarbeit beider Länder beispielsweise beim Hochwasserschutz. Zum Abschluss überreichte Ingrid Klopp dem Ortsbürgermeister Uwe Bartels eine Spende.

Zuvor war den rund 150 Gästen ein Schlachteessen mit Gulasch serviert worden. Für Musik sorgte der Musikzug der Bromer Feuerwehr.

Außerdem mit in der Runde beim Bürgerfrühstück: Manuela Peckmann, Bürgermeisterin der Samtgemeinde Brome, Klötzes Bürgermeister Matthias Mann, der Bromer Bürgermeister Gerhard Borchert sowie der ehemalige Klötzer Amtsleiter Karl-Heinz Kull.

 

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