Klötze l Wenn sich die beiden Geschäftsführerinnen der Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung, öffentlich unter dem Begriff "ABS Drömling" besser bekannt, ihre Gedanken machen, um eine ihnen angetragene öffentliche Maßnahme umzusetzen, bedeutet das für einige Langzeitarbeitslose die Chance an Arbeit zu gelangen. Ines Kampe, die für den operativen Bereich zuständig ist, und Sabine Thieme, die die administrative Verantwortung trägt, benötigen für ihre Vorhaben stets die Unterstützung des Jobcenters.

"Derzeit sind 78 geförderte Maßnahmen im Altmarkkreis Salzwedel in der Umsetzung." - Sabine Thieme

Von dort kommt nämlich die finanzielle Förderung und das Personal für die Maßnahmen. "Derzeit sind 78 geförderte Vorhaben im Altmarkkreis Salzwedel in der Umsetzung. Damit wird insgesamt 141 Menschen Beschäftigung gegeben", weiß Sabine Thieme. Dazu zählt auch das so genannte Tafelprojekt Klötze, das wie viele andere auch demnächst ausläuft. Ob der Verein "Die Tafel" auch im kommenden Jahr weiterhin auf Obst und Gemüse aus Gärten der Kleingartenanlage Friedensberg zählen kann, ist derzeit noch offen.

Nicht jedes Anliegen, das den Schreibtisch der ABS-Geschäftsführung erreicht, hat auch eine Chance auf Förderung, wie Ines Kampe erläutert. "Die Kriterien sind eng abgesteckt. Die Maßnahme muss außerhalb von kommunalen Aufgaben liegen und muss wettbewerbsneutral sein, sie muss ein zusätzliches Projekt und im öffentlichen Interesse sein. Das ist jedes Mal aufs Neue nicht leicht umzusetzen, da auch die Laufzeiten fast ausnahmslos unterschiedliche sind", weiß auch Sabine Thieme nur zu gut.

"Die so genannten Ein-Euro-Jobber können sich pro Stunde 1,25 Euro dazuverdienen." - Ines Kampe

Die finanzielle Absicherung einer Maßnahme ist die eine Seite der Medaille. Auf der Kehrseite stehen dann die Personen, die diese Arbeiten erledigen sollen. Es handelt sich ausschließlich um Menschen, die von Arbeitslosengeld II meistens schon seit einer sehr lange Zeit leben, wissen die beiden Führungsköpfe der ABS Drömling. "Die so genannten Ein-Euro-Jobber können sich pro Stunde 1,25 Euro dazuverdienen. Und ihre Bereitschaft über einen längeren Zeitraum kontinuierlich einer Beschäftigung nachzugehen, erhöht die Chance, doch noch einmal feste und bezahlte Arbeit zu erhalten.

Diese Beschäftigten müssen nicht wie am Fließband arbeiten, erklärt Kampe. "Ziel ist die Beschäftigung über einen bestimmten Zeitraum. Diese Aufgabe gilt es für die Arbeitslosen nach besten Kräften kontinuierlich zu erfüllen. Die jeweiligen Projektleiter sind dabei Ansprechpartner und auch sie haben ein wachsames Auge auf die Personen."

"Beim Jobcenter wird all das schon registriert. Und nicht zuletzt kann diese Arbeitsmöglichkeit auch ein Strohhalm fürs eigene Ego bedeuten", weiß Ines Kampe aus Gesprächen beider Seiten. Es gibt zudem zwei weitere Förderprogramme, die aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert werden und die die Arbeit der "ABS Drömling" etwas leichter machen.