Im vergangenen Jahr ist der Förderverein Erhalt der Nicolaikirche 15 Jahre alt geworden. Seitdem haben die Macher um Vereinschef Wilhelm Schrader sehr viel unternommen, um das Gotteshaus vor dem einst drohenden Verfall zu retten. Ein Ende der Arbeit ist jedoch noch nicht abzusehen.

Oebisfelde l "Im vergangenen Jahr haben sich die Sanierungsarbeiten auf das Dach des Kirchenschiffes konzentriert. Diese umfangreiche und kostspielige Maßnahme konnte umgesetzt werden, weil wir erneut auf Fördergelder, Spenden und Eigenmittel zurückgreifen konnten. Die Arbeiten sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Restposten sind noch offen", erklärte am Freitagabend Wilhelm Schrader, Vorsitzender des Vereins, bei der Jahreshauptversammlung im Bonhoeffer-Saal des Pflegeheimes Dr. Kurt Reuber.

Mit der Neueindeckung des Daches hätten die Kirchen-förderer eines der wichtigsten Vorhaben, mit Blick auf mögliche Schäden durch eindringendes Regenwasser, endlich realisieren können. Doch das Ende der Sanierungsaufgaben sei damit noch lange nicht in Sicht. Weiterhin ungeklärt sei beispielsweise die Toilettenfrage. Der Zustand, dass die Toilette im benachbarten Pfarrhaus genutzt oder mobile Häuschen aufgestellt werden, sei über kurz oder lang inakzeptabel. Schließlich möchte der Verein die Kirche als Kulturstandort weiter ausbauen. Das würde mehr Besucher bedeuten. Eine diesen Ansprüchen gerecht werdende sanitäre Anlage sei daher notwendig.

"Wir sind natürlich weiter auf private Spenden, Eigenmittel und in erster Linie auf Fördermittel angewiesen."

Eike Schrader

"Wir sind natürlich weiter auf private Spenden, Eigenmittel und in erster Linie auf Fördermittel angewiesen", erklärte Eike Schrader, Kassenwart des Vereins. In Sachen Fördermittel hätten sich die Kirchenfreunde inzwischen gut positioniert. Der Verein sei in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) "Rund um den Drömling" vertreten und hoffe auch über diesen Weg Fördertöpfe anzapfen zu können.

Die Höhe der Kosten für die nächste Sanierungsphase bezifferte Eike Schrader auf 250 000 Euro. Starten könnte sie 2016. Ob im vollen Umfang sei natürlich abhängig von der Höhe der möglichen Fördermittel. Die nächste Phase beinhalte dabei nicht nur die sanitären Anlagen, sondern auch Glaswände zur Abteilung des Raumes unter der Empore vom Kirchenschiff. Außerdem soll der Raum mit einer Heizung versehen werden. Dritter Punkt im Vorhaben seien die nicht unbedingt einladenden Außenanlagen.

Zudem hoffen die Frauen und Männer um Vereinschef Schrader, dass in absehbarer Zeit auch die drei letzten Bleiglasfenster renoviert werden können. Dies sei im vergangenen Jahr vorgesehen gewesen, hätte aber nicht umgesetzt werden können, weil das Dachdecken mehr gekostet habe als geplant. "Wir hoffen, wie bereits bei anderen Fenstern geschehen, dass sich private Spender für die Renovierung der Fenster finden", merkte Wilhelm Schrader an."

Keine Mehrheit fand indes ein Vorschlag des stellvertretenden Vorsitzenden Eberhardt Helmecke. Seiner Meinung nach sollte der Altar der Nicolaikirche, der 1977 nach Schließung des Gotteshauses in die katholische Kirche an der Bahnhofstraße per Vertrag umsiedelte, wieder in sein Stammhaus zurückkehren. Hintergrund des Vorstoßes: reguläre Gottesdienste in der Nicolaikirche.

"Wir haben den Verein nicht gegründet, um in der Kirche wieder Gottesdienste abzuhalten. Dafür haben wir die Katharinenkirche. Das Hauptziel war und ist das Haus vor dem Verfall zu retten und es als Kulturstandort auszubauen. So steht es auch in den Statuten. Außerdem ist meiner Ansicht nach der Altar in der katholischen Kirche besser aufgehoben, weil dort regelmäßige Gottesdienste abgehalten werden", erklärte Irma Müller, Vereinsmitglied seit der ersten Stunde.

Bilder