Kusey l Hinter den Konfirmanden aus dem Pfarrbereich Steimke-Kusey liegt ein aufregendes Wochenende. Gemeinsam hatten sie im evangelischen Landjugendzentrum (elz) in Kusey eine Nacht verbracht und sich dabei auch akribisch auf den Gottesdienst am Ostersonntag in der Köbbelitzer Kirche in Kusey vorbereitet. Erst gegen 4.30 Uhr, so berichtete der Ordinierte Gemeindepä-dagoge Martin Zander, hatten sich die Jugendlichen schlafen gelegt. Den Gottesdienst gestalteten Vanessa Wiswedel und Emma Müller aus Jahrstedt sowie Jannes Nieder aus Kunrau und Patrick Lösel aus Neuferchau dennoch in bester Manier. Anfangs hielten sie Buchstaben in die Höhe, aus denen sich Wörter wie "Kreuz", "Jesus", "Erlösung", "Ostermorgen" oder der Satz "Der Herr ist auferstanden" ergaben.

Außerdem erzählten die Konfirmanden die Geschichte vom zwölfjährigen Jonathan, der kränklich ist und dessen schulische Leistungen zu wünschen übrig lassen. Seine Versetzung ist stark gefährdet. Dann bringt seine Lehrerin der Klasse das Osterevangelium nahe, befürchtet aber, dass Jonathan wohl nicht kapiert hat, was sie über den Tod und die Auferstehung erzählt hat.

Weil das Grab leer war

Ihren Schülern gibt sie die Aufgabe, ein Ei mit einem Gegenstand zu füllen, der darüber etwas Bedeutsames aussagt. Doch das Ei von Jonathan bleibt leer. "Warum?", will die Lehrerin von ihm wissen. Er antwortet: "Weil das Grab von Jesu auch leer war." Die Lehrerin und auch seine Klassenkameraden können es kaum fassen, dass ausgerechnet Jonathan das Thema so gut verstanden hat. Drei Monate später ist Jonathan tot. Und auf seinem Grab legen die Klassenkameraden leere Eier nieder.

Während die Konfirmanden den Gottesdienst in der Kirche übernahmen, gab es im elz einen Kindergottesdienst, bei dem Gemeindepädagogin Barbara Rein mit den kleinen Besuchern sang und bastelte.

Nach den Gottesdiensten versammelte sich die Gemeinde auf dem Platz vor dem elz. Dort pflanzten die Konfirmanden eine Rotbuche, die von ihren Familien gesponsert worden war, und belebten damit eine alte Tradition, die es früher schon mal gab, wieder. Der Baum, so erklärte Martin Zander, soll den Konfirmanden, die vor ihrer Konfirmation in zwei Wochen ein letztes Mal als Gruppe versammelt waren, "ein Stück weit Heimat sein. Vielleicht verlasst ihr eines Tages die Altmark. Aber dieser Baum wird euch immer an eure Konfirmandenzeit erinnern."

Im Anschluss wurde noch zu einem Brunch mit Gulaschsuppe, Brötchen, Aufschnitt und Marmelade eingeladen.

Bilder