Die Großbaustelle in der Ahlumer Ortsdurchfahrt sorgt bei Anwohnern für massive Kritik. Sie bemängeln fehlende Absprachen mit der Baufirma, wochenlange Unbefahrbarkeit der eigenen Grundstücke und unzumutbare Belästigungen durch Lärm und Erschütterungen.

Ahlum l Die Versprechen waren groß bei der Einwohnerversammlung zum Ausbau der Bundesstraße 248 in Ahlum vor einigen Wochen: Es werde kleinere Einschränkungen bei der Befahrbarkeit der Grundstücke geben, die aber in jedem Fall rechtzeitig mit den Anliegern abgesprochen werden, hieß es seitens der Baufirma. "Doch inzwischen komme ich schon vier Wochen lang nicht mit dem Auto auf mein Grundstück", beschwerte sich der Ahlumer Markus Lüer am Mittwochabend während der Einwohnerfragestunde der Rohrberger Ratssitzung.

Mit den Bauarbeitern lasse sich nicht reden, sie könnten kurzfristig auch keine Zusage machen, so dass das Auto weiterhin auf der Wiese parken muss. So wie ihm gehe es etlichen Anwohnern der Baustelle. "Die Stimmung ist nicht gerade gut in der Braunschweiger Straße", berichtete Lüer. Das was in der Versammlung zugesagt wurde, sei nicht umgesetzt worden.

Ahlums Ratsmitglied Hendrik Becker hieb in die gleiche Kerbe. Morgens seien Grundstücke noch befahrbar gewesen, "eine halbe Stunde später kam dann niemand mehr mit dem Auto vom Hof". Von rechtzeitiger Information seitens der Baufirma könne keine Rede sein.

Lärm und Gepolter durch Fahrzeuge "unzumutbar"

Auch Versorgungsfahrzeuge und Handwerker kommen seit mehreren Wochen nicht mehr zu den Grundstücken. "Das war anders abgesprochen, da hätte man bei der Einwohnerversammlung mit offenen Karten spielen sollen", hieß es am Mittwochabend. Dazu komme laut Hendrik Becker das Gepolter und der Lärm, wenn Autos und Laster über den mangelhaft befestigten Seitenstreifen einspurig an der Baustelle vorbeirollen. "Das ist einfach nicht mehr zumutbar, zumal ja nicht gerade Schrittgeschwindigkeit gefahren wird", meinte Becker. Nach Ansicht des Ahlumers kann nur eine Vollsperrung Abhilfe schaffen.

Doch dazu wird es nicht kommen. "Auch die Baufirma wollte die Maßnahme von Anfang an unter Vollsperrung durchführen, weil es für sie einfacher wäre. Doch der Altmarkkreis hat das abgelehnt", erklärte Bürgermeister Bernd Schulz. Jetzt bleibe nur übrig, Geduld aufzubringen. "Zwei Wochen wird sich das noch hinziehen, bis die Arbeiten an der Landesstraße in Rohrberg durch sind", so Schulz.

Der Ortschef verwies zudem auf die wöchentliche Bauberatung, bei der Anwohner ihre Anliegen vortragen können. Doch die findet donnerstags um 14.30 Uhr statt. "Zu der Zeit sind viele noch berufstätig", wandte Markus Lüer ein. Rohrbergs Ratsherr Holger Robra sah auch die Gemeinde in der Pflicht, die Anliegen der Ahlumer gegenüber der Baufirma zu vertreten. "Wir können nicht einfach sagen: Dafür sind wir nicht zuständig", meinte er.

Bernd Schulz erklärte sich bereit, die Beschwerden der Anwohner bei der Bauberatung vorzutragen. Zumindest müsse der Splittbelag auf dem Seitenstreifen regelmäßig erneuert werden, um die Erschütterungen zu dämpfen.