Die Buchhorster Jagdgenossenschafler setzen weiter auf Bewährtes. Grund: Bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Buchhorster Dorfgemeinschaftshaus wurde der alte Vorstand für vier weitere Jahre einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Buchhorst l Somit werden Jürgen Schulz als Vorsitzender, Bodo Lüdtke, der die Finanzen unter sich hat, und Marita Konkiel, sie ist für das Schriftliche verantwortlich, weiterhin an der Spitze der Genossenschaft stehen.

Mit dem wiedergewählten Führungstrio können nicht nur die Landeigentümer leben, sondern auch die Pächter - die Waidmänner. Dazu erklärte Jäger Hagen Müller: "Dass das Trio erneut einstimmig das Vertrauen erhalten hat, zeigt, dass die drei gute Arbeit leisten. Wir können uns dieser Meinung ebenfalls zu 100 Prozent anschließen. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand klappt seit Jahren bestens."

Das Jahresresümee von Jürgen Schulz fiel indes kurz und knapp aus: "Im abgelaufenen Jagdjahr wurden uns keine Wildschäden gemeldet." Auch sein Finanzer Bodo Lüdtke musste nicht weit ausholen: "Ich kann sagen, wir haben gut gewirtschaftet. Der Großteil der Pacht, bis auf die üblichen Auszahlungen an die BVVG, die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt und das Schifffahrtsamt in Uelzen, blieb in der Kasse. Aber wir haben auch wieder unsere Rentner für ihre Treffen unterstützt. Sie haben 250 Euro erhalten."

Weiter ausholen musste dagegen Hagen Müller, einer von 15 weiteren Frauen und Männern, die mit Flinte und Feldstecher ausgerüstet, im 1906 Hektar großen Revier auf Pirsch gehen, aber auch sehr viel Zeit in die Hege und Pflege investieren: "Unsere Arbeit im Revier verlief in ruhigem Fahrwasser. Das ist dem guten Verhältnis zur Genossenschaft, aber auch dem guten Einvernehmen unter uns Jägern geschuldet." Die Zahlen, die Müller anschließend präsentierte, würden Waidmänner, die in weniger wildreichen Revieren unterwegs sind, zum Träumen veranlassen.

So haben die Buchhorster 32 Stück Schwarzwild gestreckt. Im vergangenen Jahr seien es noch 27 gewesen. Außerdem liefen den Männern in ihrer grünen Kleidung, einschließlich Waidfrau Doreen Wienecke, 74 Rehe vor die Gewehrläufe. Erfreulich: Nur sieben Stück sogenanntes Fallwild sei bei den Rehen zu beklagen gewesen. "Im Vorjahr waren es noch 14 und davor 28. Der Rückgang ist mit der Straßensperrung und den milden Winter zu erklären", begründete Hagen Müller.

Auch beim Erlegen des Raubwildes erreichten die Buchhorster beachtliche Zahlen. "Es wurden 25 Füchse, 7 Dachse, 11 Waschbären, 2 Steinmarder, 1 Mink und auch 17 Elstern gestreckt", informierte Müller weiter. Als "explosionsartig" bezeichnete der Jäger dagegen den Anstieg bei den erlegten Marderhunden. 16 Stück von ihnen ließen ihr Leben. Im vergangenen Jahr seien es nur drei gewesen. Beim Niederwild gäbe es dagegen nichts Neues zu bereichten: Der Bestand sei weiterhin gering.

Während in anderen Revieren, auch in der Nähe von Buchhorst, der Wolf immer mal wieder für Schlagzeilen sorge, sei er in Buchhorst selbst noch nicht aufgetaucht. Müller: "Es ist kein sicherer Nachweis zur Anwesenheit des Wolfes in unserem Revier vorhanden. Doch angesichts des Wildbestandes, sind wir uns sicher, dass wir über kurz oder lang Nachweise über seine Anwesenheit finden werden."

Neben der Hege, Pflege und der Jagd sind die Waidmänner auch gesellschaftlich am Ball. Seit Jahren wird an den Straßen im Revier Müll gesammelt. Die Jäger unterstützen das jährliche Dorffest und organisieren ihre beliebten Skat- und Würfelturniere.

Aber es gibt auch ein Problem, dass der Genossenschaft und den Jägern gemeinsam zu schaffen macht: die sich abzeichnenden Eigenjagden. Zu dieser Problematik wollten sich beide Seiten aber vorerst nicht äußern.