Oebisfelde (jpi). Eine Universität sollte Oebisfelde nach Vorstellungen der Mitglieder der Maharishi-Weltfriedensstiftung bekommen. Dann eine Hochschule und als vorläufiges letztes Projekt einen Erholungspark mit einem 54 Meter hohen Turm als Wahrzeichen und Attraktion. In unzähligen Sitzungen haben sich vor allem die Mitglieder des Bauausschusses des Stadtrates mit den Vorhaben befasst und sind den Planungswünschen der Maharishi-Anhänger, oft auch kurzfristigen Änderungen, zum Großteil nachgekommen. Auch die Stadtratsmitglieder gaben bis auf die CDU-Fraktion grünes Licht für die oft utopisch anmutenden Maharishi-Projekte.

Gelohnt hat sich das Engagement der Ratsfrauen und -männer indes nicht. Trotz Ankündigungen seitens der Bauherren, so schnell wie möglich mit dem Bauen zu beginnen, hat sich noch kein Betonmischer gedreht. Bis auf einige unbedeutende Erdarbeiten, sie liegen mittlerweile schon wieder einige Jahre zurück, hat sich auf der vorgesehenen Baustelle neben dem Friedenspa- last, Einfahrt Stendaler Straße, nichts getan.

Doch hinter den Kulissen wird emsig an der Umsetzung gearbeitet. Das sagt zumindest Emanuel Schiffgens, Kurator der Maharishi-Weltfriedensstiftung. "Als erstes Bauwerk soll der Turm der Unbesiegbarkeit am Eingang des zukünftigen Erholungsparks entstehen. Es ist der erste Turm dieser Art weltweit. Nicht nur wegen seiner Größe ist der Turm eine große Sache. Diese gewaltige Aufgabe muss genau geplant werden. Aktuell befinden wir uns daher noch in der Architektenphase. Einen genauen Termin zum Start des Turmbaus kann ich somit noch nicht nennen", führte Schiffgens weiter aus.

Die Architektenphase dauert inzwischen fast zwei Jahre. Denn im Juli 2009 ist den damaligen Oebisfelder Stadträten das Turmbau-Projekt vorgestellt worden. Beim Punkt Finanzierung blieben die Maharishi-Leute 2009 allerdings vorsichtig. Unter anderem sollen öffentliche Mittel auf Förderbasis, so hieß es 2009, den Turm mit auf das Fundament stellen. Knapp zwei Jahre später wird Schiffgens konkreter: "Der Turm wird schätzungsweise drei Millionen Euro kosten. Die Finanzierung steht im Wesentlichen. Wir hoffen auch auf öffentliche Mittel. Dazu haben wir einen Experten angestellt, der sich im Vergabeprozedere auskennt."

Bei den Verantwortlichen der Kommune, den Stadträten und vielen Einwohnern kommen dagegen nicht erst seit kurzem Zweifel auf, ob die Maharishi-Bauherren überhaupt ernsthaft an der Umsetzung interessiert sind. Wie der Stand ist, erfahren die Ortschaftsräte am kommenden Montag während ihrer Versammlung.