Groß Bierstedt. Lange Zeit kamen die Berichte von Bierstedts Wehrleiter Detlef Lüthe während der Jahreshauptversammlungen ohne die Rückschau auf Einsätze aus, am Sonnabend hatte er gleich zwei zu vermelden. So wurden die Kameraden am 20. März an den Rohrberger Steinberg gerufen, wo eine Halle in Flammen stand. Neun Kameraden rückten aus dem Bierstedter Feuerwehrhaus aus. Am 22. August wurde ein Feuer zwischen Klein Bierstedt und Stöckheim gemeldet. Zehn Kameraden waren schnell zur Stelle, um die drei Strohballen zu löschen. "Unterstützt wurden wir dabei von 13 Rohrberger Kameraden, die ebenfalls alarmierte Siedenlangenbecker Wehr konnte wieder zurückgerufen werden", berichtete Detlef Lüthe.

Im Schnitt waren die Bierstedter mit 9,5 Kameraden im Einsatz. "Ein guter Wert. Zwar passen in unser Fahrzeug nur sechs Mann, aber einige nutzten auch ihre Privatautos, um an den Einsatzort zu gelangen. Einer kam sogar mit dem Fahrrad angeradelt", lobte der Wehrleiter das Engagement seiner Kameraden.

Atemschutzträger sind in Aussicht

Ende vergangenen Jahres hatte die Bierstedter Wehr noch 17 aktive Mitglieder. Dazu kommen 16 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung, sechs inaktive und vier fördernde Mitglieder. Nur mit dem Nachwuchs sieht es mau aus. Zwar hatten die Bierstedter eine schlagkräftige Jugendwehr, die mehrmals das Manöver Schneeflocke gewinnen konnte, doch die Mädchen und Jungen sind inzwischen allesamt erwachsen, haben ein Studium oder eine Ausbildung außerhalb aufgenommen oder befinden sich bei der Bundeswehr. Nachfolger sind nicht in Sicht. Lediglich ein Kind aus Bierstedt macht in der Rohrberger Jugendwehr mit.

Neben den regelmäßigen Diensten, die von März bis Oktober an jedem ersten Freitag im Monat und in der übrigen Zeit an jedem ersten Sonntag im Monat stattfinden, legten die Bierstedter Kameraden im vergangenen Jahr großes Augenmerk auf die Ausbildung. So haben sie inzwischen acht Truppmänner, sechs Sprechfunker, sechs Truppführer, einen Kameraden mit der Ausbildung für gefährliche Stoffe und Güter, einen Gruppenführer und einen Leiter einer Feuerwehr in ihren Reihen. "Nur Atemschutzgeräteträger fehlen, aber inzwischen haben sich zwei Kameraden bereit erklärt, diesen Lehrgang zu absolvieren", erklärte Detlef Lüthe, der sich zudem über einen weiteren Gruppenführer freuen würde.

Tagesfahrt führte in den Fläming

Für das Dorf organisierten die Brandbekämpfer im vergangenen Jahr das Osterfeuer und das Fest am 1. Mai. "Veranstaltungen, die gut angenommen wurden", befand der Wehrleiter. Zudem nahmen sie am Sommerfest der Ahlumer Wehr teil und gingen bei den Volleyballturnieren der Stöckheimer und der Rohrberger Wehr an den Start. "Bei Letzterem mit nur zwei Mann, aber die belegten immerhin den dritten Platz", so Lüthe.

Die Tagesfahrt führte die Bierstedter diesmal zu den "Titanen der Rennbahn", dem großen Kaltblutrennen im Fläming. "Das war eine tolle Sache", meinte Lüthe. Der Verbandsgemeinde-Ausscheid in Kuhfelde dagegen weniger. An dem konnten die Bierstedter nämlich nicht teilnehmen, weil ihnen am Abend zuvor die Pumpe festlief. Verbandsgemeinde-Wehrleiter Bert Ju- schus spendete während der Jahreshauptversammlung Trost und riet den Kameraden, bei einem solchen Missgeschick nicht gleich die Teilnahme abzusagen. "Kommt das nächste Mal trotzdem, wir werden garantiert die nötigen Geräte für euch finden, so dass ihr an den Start gehen könnt", rief er den Brandbekämpfern zu.