Zum Tag des Baumes lud das Klötzer Betreuungsforstamt am Sonntag an die Forstausbildungsstätte Zartau bei Klötze ein. Bei schönstem Frühlingswetter konnten sich die Besucher dort über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Forstwirtschaft informieren. Der Baum des Jahres, die Elsbeere, steht nun in den Reihen der geehrten Pflanzen.

Klötze. Naturfreunde aus dem gesamten Altkreis Klötze und darüber hinaus begingen am Sonntagvormittag gemeinsam den Tag des Baumes. Mit dabei auch Landrat Michael Ziche, die beiden wiedergewählten Landtagsabgeordneten Jürgen Barth (SPD) und Uwe Harms (CDU) sowie Dr. Hans-Heinrich Jordan, Chef des Landesjagdverbandes.

Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes, führte die zwei Kilometer lange Wanderung um die Streuobstwiese. Immer wieder kamen die Wanderer an Stellen, die vom Schneebruch gekennzeichnet waren. "Unsere Mitarbeiter sind derzeit täglich zwölf Stunden im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen", berichtete Jachalke. Überhaupt müsse sich die Forstwirtschaft auf mehr extreme Wettersituationen einstellen. "Wissenschaftler gehen zwar für unsere gemäßigten Breiten von nicht so großen Veränderungen aus. Dennoch wird die Temperatur um 1,5 bis zwei Grad innerhalb von 100 Jahren steigen." Die Folgen: Die Masse der Niederschläge falle in der vegetationsfreien Zeit, Sommer werden immer trockener, Stürme und Schneebruch, zählte der Forstamtschef auf. Deshalb müsse über andere Baumarten wie mehr Kiefern, Akazien und einige Birkenarten nachgedacht werden, die mit den neuen Bedingungen besser klarkommen. Allerdings sei die Kiefer sehr schneebruchempfindlich.

Jachalke richtete deshalb auch einen Appell an die beiden Landtagsabgeordneten Jürgen Barth und Uwe Harms: "Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass wir ausreichend Personal zur Verfügung haben."

An einer toten Eiche erläuterte Jachalke mögliche Ursachen für das Absterben. "Die Höhe des Grundwasserspiegels kann sich ändern und das Absterben verursachen. Eventuell schaden Pilze dem Baum zusätzlich", sagte der Experte.

Am Arboretum (Sammlung von Gehölzen) angelangt, ist noch der Baum des Jahres, die Elsbeere, gepflanzt worden. Diese Ehre wurde dieses Mal Horst Kamieth zuteil. Grund: Der Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder für Forstwirte geht Ende Mai in den Ruhestand. "Ich weiß nicht, wie viele junge Menschen er ausgebildet hat im Lauf der Jahre, ich ahne aber, wie viele Wildschweine er geschossen hat", scherzte Helmut Jachalke.

Horst Kamieth selbst erinnerte an die Geschichte des Arboretums: "Wir treffen uns heute zum 20. Mal hier. Begonnen hat alles 1992." Laubbäume würden als Baum des Jahres dominieren. Er hoffte deshalb immer, dass die Fichte oder die Lärche einmal auserkoren werden.

Zusammen mit den Lehrlingen Tim Kansdorf aus Schwiesau und Philipp Peters aus Wiepke pflanzte er dann die Elsbeere ein und sagte: "Ich hoffe, dass sie gut anwächst und wir sie viele Jahre betrachten können." Im Anschluss gab es am Zartau eine Stärkung mit Gegrilltem und Getränken.

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